„Claus“ statt „Horst“: Ärger um Ortsschild im Süden Hamburgs
Der Seevetaler Ortsteil Horst im Landkreis Harburg hat ein Problem: Immer wieder wird das gelbe Schild am Ortseingang gestohlen. Ob das etwas mit dem heutzutage nicht mehr ganz so häufigen Vornamen zu tun hat, ist unklar. Zumindest hat die Bürgermeisterin sich etwas einfallen lassen: Sie tauschte das „Horst“-Schild gegen ein „Claus“-Schild aus. Nun hat sie Ärger am Hals.
Der Termin für die Aufstellung des neuen Ortsschilds war nicht zufällig gewählt: Am Vortag des 1. Aprils ließ Seevetals Bürgermeisterin Emily Weede (CDU) das „Claus“-Schild anbringen und erklärte dazu schelmisch: „dass es nicht so viele Clausens wie Horstens gibt“.
In einem Instagram-Post der Gemeinde erklärten sie und Ortsrätin Angelika Tumuschat-Bruhn (SPD), das „Horst“-Schild werde circa 20 Mal im Jahr geklaut. Der neue Name solle erst mal für drei Monate gelten. Quasi als Test.
Schildertausch in Seevetal: Bürgermeisterin ersetzt „Horst“ durch „Claus“
Was als Aprilscherz und PR-Gag für die Gemeinde gedacht war und in den sozialen Netzwerken sehr gut ankam, entwickelte sich nun zum Zündstoff. Denn: Weedes Konkurrent bei der Bürgermeisterwahl im September wirft der Amtsinhaberin Steuerverschwendung vor.
Timo Rönsch von den Freien Wählern schätzt die Kosten für das Schild auf 1000 Euro. „Das hätte man preisgünstiger machen können“, so Rönsch gegenüber dem NDR. Die Bürgermeisterin weist den Vorwurf zurück und erklärte, sie habe „Claus“ ohnehin aus eigener Tasche bezahlt.
Posse in Seevetal: Neues Ortsschild sollte Diebstahl verhindern – Rechnung geht nicht auf
Doch auch mit dieser Erklärung ist ihr Rivale nicht zufrieden. Dem NDR sagte Rönsch: „Wenn sie das privat gezahlt hat, dann hat die Gemeinde einer Privatperson erlaubt, ein hoheitliches Verkehrsschild auszutauschen. Wenn das jeder machen würde!“
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Drolliger Twist: Während die beiden Politiker streiten, meldet die Gemeinde Seevetal, dass auch das „Claus“-Schild inzwischen gestohlen wurde. Zuvor hatten schon einige Spaßvögel auf Instagram gescherzt: „Ich komme vorbei, Gruß Claus“, schrieb ein User namens „clausjohnb“. Und „danies_rasselbande“ sinnierte: „Vielleicht sollte ich meinen Mann jetzt auch lieber Claus nennen statt Horst? Nicht, dass der auch noch geklaut wird.“
Möglicherweise war der vor allem in den 1940er- und 1950er-Jahren vergebene Vorname doch noch zu sehr verbreitet. Wie wäre es mal mit Balduin? (ng)
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