Checkliste für Frauen ab 30? Braucht es nicht!

Clare Devlin (l), Christina Calaminus (Mitte) und Katrin Feuerstein (r).
Clare Devlin (l), Christina Calaminus (Mitte) und Katrin Feuerstein (r).

Bis sie 29 wurden, führten Clare Devlin, Katrin Feuerstein und Christina Calaminus sehr ähnliche Leben: Sie studierten das Gleiche, wohnten zusammen, hatten denselben Arbeitgeber. Ab dem 30. Geburtstag schlugen sie dann plötzlich völlig unterschiedliche Wege ein: Kinder, Umzug, Heirat bei der einen, Full-Time-Dating und Karriere bei der anderen – und alle drei verspürten sie diesen Druck, eine Art „30er-Checkliste“ abzuarbeiten. Diesen Druck wollen sie anderen Frauen jetzt nehmen!

„Kinder? Heiraten? Haus? Wie soll ich das bloß alles schaffen innerhalb der nächsten fünf Jahre?“, das war die entscheidende Frage, die Devlin, Calaminus und Feuerstein sich stellten, sobald die Kerzen auf dem 30. Geburtstagskuchen ausgepustet waren, wie Letztere im Gespräch mit der MOPO erzählt. „Wie sollen wir nur all diesen Ansprüchen gerecht werden?“, so Feuerstein. Dass dieses Thema einen großen Anklang vor allem unter jungen Frauen findet, haben die drei schon erfahren, als sie ihren Podcast „Dreißig“ ins Leben riefen. Auf Instagram hat der mittlerweile stolze 72.000 Follower – und all die Themen aus ihrer Lebensrealität, die die drei jungen Frauen sonst am Mikrofon besprechen, haben sie in ihrem Buch noch einmal zusammengefasst.

Verschiedenste Fragen zu Beginn der 30er

„30 Dinge, die du mit 30 nicht erreicht haben muss“ landete innerhalb kürzester Zeit auf Platz 2 der „Spiegel“-Bestsellerliste. „Wir wussten natürlich, dass das Thema funktioniert, aber haben als unbekannte Autorinnen nicht mit der Bestsellerliste gerechnet. Natürlich sind wir stolz darauf und freuen uns!“, so Feuerstein. Mit Kapitelnamen wie „Du musst nicht in deiner Ehe bleiben, wenn du unglücklich bist“ oder „Du musst nicht den Rest deines Lebens mit nur einem Menschen Sex haben“ oder auch „Du musst nicht heiraten, um für immer zusammenzubleiben“ haben die Autorinnen einen Nerv getroffen.

Die WochenMOPO – ab Freitag neu und überall, wo es Zeitungen gibt!

Diese Woche u.a. mit diesen Themen:

  • U-Bahn-Mord: Geschichte eines sinnlosen Todes

  • Block-Prozess: Wird der Patriarch doch noch angeklagt?

  • Streit um Haus-Sanierung: Erst Leerstand, jetzt Brandstiftung

  • Große Rätselbeilage: Knobelspaß für jeden Tag

  • 16 Seiten Sport: Der große Transfer-Check & Khedira schwärmt vom neuen HSV

  • 28 Seiten Plan 7: Opern-Horror mit Donald Trump, Hype um Rap-Star Apache 207 & Ideen für Wochenendtrips

Auf den ersten Blick möchte man meinen, dass wenigstens Christina Calaminus und Katrin Feuerstein schon alle Punkte auf der typischen „30er-Checklist“ abgehakt haben: Erstere lebt in Hamburg, ist seit 15 Jahren verheiratet und zum zweiten Mal Mutter geworden, Letztere hat ein Haus saniert, hat ein Kind und ist verheiratet. Doch so einfach ist das nicht, sagt Feuerstein: „Alle von uns spüren diesen Druck, aber alle in unterschiedlichen Situationen. Da sind Fragen wie: „Ich habe ein Kind, muss ich jetzt ins Umland ziehen? Will ich ein zweites Kind? Kann ich mein Kind mit fünf Monaten schon zur Tagesmutter geben, weil meine Karriere mir auch wichtig ist?“

Viele hätten Angst, ein Kind katapultiere sie zurück in die 50er Jahre und mache sie automatisch zu einer Hausfrau, berichtet die Autorin. Da sagt das Buch: „Du musst nicht die ganze Care-Arbeit alleine übernehmen.“ „Das Buch war auch eine Therapiestunde für uns drei“, so Feuerstein. „Über manche Themen hatten wir uns vorher in dieser Tiefe noch keine Gedanken gemacht.“ Besonders großen Anklang habe auch ihr Kapitel „Du musst deine Schwangerschaft nicht mögen“ gefunden.

„Das ist die geilste Lebensphase überhaupt!“

Sollte man nun Angst vor den 30ern haben, fragen sich Menschen in ihren 20ern da? „Freu dich auf die 30er!“, sagt Katrin Feuerstein mit Nachdruck. „Du musst keine Angst haben. Für mich ist es die beste Lebensphase überhaupt. Mehr Geld, mehr Sicherheit im Job, mehr Selbstbewusstsein. Ich kann besser zwischen guten und schlechten Freundschaften differenzieren und habe jede Menge Selbsterkenntnis.“

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Dass ihre Texte gut ankommen, sehen die drei nicht nur an den Bestsellerlisten, sondern auch am persönlichen Feedback auf Lesungen, Signierstunden oder in Nachrichten. „Ich fühl’ das so sehr“ oder „Das war wie eine Umarmung“, kommt da beispielsweise – und Letzteres soll das Buch auch sein: „Wie eine Freundin, die dir sagt: ‚Hey, mir geht’s genauso, fühl dich verstanden‘“, so Katrin Feuerstein.