Die „Cap San Diego“ liegt bei schönem Wetter im Hafen.

Die „Cap San Diego“ ist das weltweit größte noch fahrtüchtige Museums-Frachtschiff. Foto: dpa

„Cap San Diego“: Der weiße Schwan muss in die Werft – wer bezahlt das?

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Frischzellenkur für die „Cap San Diego“: Hamburgs maritimes Wahrzeichen muss in die Werft. Dafür wird der „weiße Schwan des Südatlantiks“ seinen angestammten Liegeplatz an der Überseebrücke verlassen und sich für drei Wochen einer Generalüberholung in Bremerhaven unterziehen. Das wird teuer!

Alle fünf Jahre steht bei der „Cap San Diego“ eine Vorsorgeuntersuchung an. Dann fühlen die „Docktoren“ auf der Werft – diesmal die Bredo Dry Docks in Bremerhaven – dem Museumsschiff gründlich auf den Zahn.

Museumsschiff „Cap San Diego“ verlässt seinen Liegeplatz für drei Wochen

Rund 200 einzelne Werftpunkte stehen zwischen dem 9. und dem 30. März auf dem Plan. Oberste Priorität haben dabei diesmal Arbeiten in mehreren Ballastwasser- und Vorratstanks des Schiffes. Dabei sollen laut einer Mitteilung der „Cap San Diego Betriebsgesellschaft“ die Stahlteile durch Sandstrahlen entrostet und neu konserviert werden. Für diese Arbeiten müssten mehrere Montageöffnungen in die Außenhaut der „Cap San Diego“ geschnitten werden. Auch die Abdichtung der Propellerwelle hinten am Schiff müsse überholt werden. Dafür muss die riesige Schraube demontiert werden. 

Dringend notwendig ist auch die Reinigung des Unterwasserschiffs von Ablagerungen. Anschließend wird es einen Neuanstrich erhalten. Einige Stahlflächen, an denen der Zahn der Zeit zu sehr genagt hat, müssen ausgetauscht werden. Die Rettungsboote und Gangways werden einer Prüfung unterzogen – es geht um die Sicherheit! Und auch das Ladegeschirr, der Anker, die Ankerketten und Ankerwinde werden gecheckt und überarbeitet.

Sanierung dringend nötig: Das Unterschiff der „Cap San Diego“ muss gereinigt werden und braucht einen Neuanstrich. Berlin&Cramer/hfr
Unterschiff der Cap San Diego
Sanierung dringend nötig: Das Unterschiff der „Cap San Diego“ muss gereinigt werden und braucht einen Neuanstrich.

Werftaufenthalt kostet 2 Millionen – doch das Geld ist eigentlich nicht da

Die Kosten für den diesjährigen Werftaufenthalt belaufen sich auf eine siebenstellige Summe, mindestens zwei Millionen Euro. In der Vergangenheit waren diese Kosten jeweils zur Hälfte von der Schiffseigentümerin – der Stiftung Hamburger Admiralität – sowie aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm des Bundes getragen worden. Ob diese Förderung auch 2026 wieder greift, ist derzeit noch unklar. Der Hamburger Senat möchte sich mit 250.000 Euro aus dem Sanierungsfonds an den Kosten beteiligen und hat dahingehend einen Antrag gestellt.

„Eigentlich wäre für den langfristigen Erhalt der ,Cap San Diego‘ eine deutlich umfangreichere Werftliste mit nahezu 400 Maßnahmenpunkten notwendig“, erklärten die Verantwortlichen in ihrer Mitteilung. Aufgrund noch ausstehender Förderzusagen des Bundes habe man den Umfang der Arbeiten jedoch stark reduzieren müssen. 

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„Viele dringend erforderliche Maßnahmen konnten aus Kostengründen nicht eingeplant werden – eine Situation, die den langfristigen Erhalt des Schiffes erschwert“, heißt es in dem Schreiben. Spenden sind willkommen! Die Crew, die fast ausschließlich aus Ehrenamtlichen besteht, hoffe weiterhin auf Unterstützung durch den Bund, um die „Cap San Diego“ fahrtüchtig und instand zu halten. 

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