„Büroversehen“: Bizarrer Streit um hässliches Schild am Alsterweg

Das alte Holzschild war ziemlich in die Jahre gekommen. 2023 wurde es abgebaut.
Das alte Holzschild war ziemlich in die Jahre gekommen. 2023 wurde es abgebaut.

Schild-Ärger am Alsterlauf: Im Bezirk Wandsbek ist ein Streit um ein geschnitztes Holzschild entbrannt. Jahrelang hatte es Spaziergängern den Weg gewiesen, bis man es schließlich in den Ruhestand schickte. Erst ließ der Ersatz auf sich warten, dann befanden Kritiker das neue Stück – nicht ganz zu Unrecht – auch noch als hässlich. Jetzt soll abermals ein neues Schild her. Dass es soweit kam, hat auch mit einem „Büroversehen“ im Amt zu tun.

Das Holzschild sorgt für Arbeit, jedenfalls in der Politik. Schon vier Drucksachen der Bezirksversammlung Wandsbek widmeten sich der Wegmarke am Alsterwanderweg. Auf Höhe der Grevenaubrücke (Poppenbüttel) zeigte es Ausflüglern die Route durch das Naturparadies an.

Holzschild wurde entfernt, weil es marode war

2023 wurde es allerdings entfernt, zu marode war es geworden. Nach einem Antrag der CDU-Fraktion sagte der Bezirk zu, es bis zum Herbst zu ersetzen. Doch dann passierte – nichts. Bis die CDU im Februar dieses Jahres mit einer Anfrage nachhakte. In seiner Antwort gab das Bezirksamt an, dass das Schild aufgrund eines „Büroversehens“ bislang nicht erneuert wurde. „Eine faule Ausrede“, kommentiert der Abgeordnete Wolfgang Kühl (CDU).

Die CDU Wandsbek ist unzufrieden mit dem neuen Schild am Alsterwanderweg
Die CDU Wandsbek ist unzufrieden mit dem neuen Schild am Alsterwanderweg

Inzwischen gibt es Ersatz, und den nächsten Antrag gleich dazu. In einer Drucksache mit dem Titel „Alsterwanderweg: Kann das neue Schild nicht auch schön sein?“ bemängelt Kühls Fraktion das Ergebnis. „Das neue Schild ist zwar sehr zweckmäßig, aber im Vergleich zum bisherigen Schild nicht schön“, heißt es dort. Und tatsächlich: Das neue Schild wirkt klobig, die Schrift kindlich, auch mit der Rechtschreibung hapert es. Statt „Alsterwanderweg“ steht „Alster Wanderweg“ darauf.

Ist das Schild nur eine Notlösung?

„Als Hinweisschild zum Recyclinghof wäre das noch in Ordnung, aber nicht für den Wanderweg“, sagt Kühl. Der CDUler vermutet, dass das Schild nach der Anfrage seiner Fraktion in Eile produziert und aufgestellt wurde. Seine Fraktion fordert, dass das zuständige Forstamt Volksdorf das Schild abermals austauscht. Die neue Wegmarke soll dezent und liebevoll gestaltet sein, also aussehen wie das alte. „So eines hätten wir gerne wieder.“

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Wie der Bezirk auf Wolfgang Kühls Schilder-Kritik reagiert, bleibt vorerst unklar. Auf eine MOPO-Anfrage äußerte sich das Bezirksamt Wandsbek am Montag zunächst nicht dazu. Man suche noch den Kontakt zum Forstamt, hieß es. Über den Antrag der CDU-Fraktion berät der Regionalausschuss Alstertal am Mittwochabend.