Hamburg

Bürokratie-Irrsinn um Kaffeegeruch: Warum 800 Wohnungen einfach nicht gebaut werden

Luftaufnahme eines Stadtgebiets mit Fluss, Brücken, Straßen und Grünflächen.
In Hamm soll ein großes neues Wohngebiet entstehen, doch EU-Richtlinien für Gerüche verhindern den Bau.

Der Bau von mehr als 800 Wohnungen in Hamm liegt aus einem kuriosen Grund auf Eis: Kaffeegeruch. Jetzt geht der Fall sogar vor Gericht.

Posse ums Prestigeprojekt Osterbrookhöfe: An den frischen Kaffeegeruch, der regelmäßig von der Rösterei Tchibo durch Hamm weht, haben sich die meisten Anwohner zwar längst gewöhnt. Für den Bau von 800 Wohnungen muss die Geruchsbelastung aber unter bestimmten EU-Grenzwerten liegen. Jetzt geht der Streit vor Gericht. 

Neben den Wohnungen sind zwei Kitas und ein Quartierssportzentrum in den Osterbrookhöfen geplant. Das Gebiet liegt zwischen Wendenstraße, Osterbrook sowie Rückers- und Südkanal. Zur Realisierung des Projekts wurde 2021 sogar das beliebte Freibad Aschberg trotz erheblicher Kritik abgerissen. 

Eigentlich sollten die Wohnungen schon 2027 fertig sein, doch jetzt wird es wohl noch eine Weile dauern. Erst wenn sichergestellt ist, dass der Kaffeegeruch gemäß der EU-Richtlinien die Wohnqualität nicht beeinträchtigt, darf das Bebauungsplanverfahren fortgesetzt werden.

Osterbrookhöfe: Ärger um Kaffeegeruch 

Die Umweltbehörde hatte Tchibo Ende vergangenen Jahres aufgefordert, die Schornsteine der Rösterei um mehrere Meter zu erhöhen. Wie ein Sprecher des Verwaltungsgerichts bestätigt, klagt Tchibo jetzt gegen diese Forderung. Der NDR berichtete zuerst. 

Somit darf aktuell nur nördlich der Diagonalstraße für die Osterbrookhöfe gebaut werden. Hier sollen insgesamt 84 der 800 Wohnungen entstehen. 

Das Projekt ist nach MOPO-Informationen mit mindestens 240 Millionen Euro kalkuliert. Ob es angesichts der Preissteigerungen im Bausektor dabei bleibt, ist offen. 

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