Brettern bald wieder Autos über den Friedhof Ohlsdorf?

Ohlsdorfer Friedhof
Nur Anwohner und Personen „mit Friedhofsbezug“ dürfen aktuell die Abkürzung über den Ohlsdorfer Friedhof nehmen (Symbolbild).

Schnell über den Friedhof: Seit 2020 verhindert eine Schranke, dass Autofahrer den Ohlsdorfer Friedhof als Abkürzung nutzen. Für viele Besucher und Trauergäste war der ständige Durchgangsverkehr ein Ärgernis. Weil inzwischen mehrere Baustellen die Verkehrsadern rund um das Gelände blockieren, dürfen direkte Anwohner wieder hindurchfahren. Demnächst könnte das Areal sogar wieder für alle befahrbar sein.

„Um die Verkehrsbelastung im Umfeld abzumildern und die Mobilität für Anwohnerinnen und Anwohner sowie Gewerbetreibende sicherzustellen, ist es notwendig, den Friedhof Ohlsdorf vorübergehend für den allgemeinen Kfz-Verkehr zu öffnen“, schreibt die Wandsbek-Koalition (SPD, Grüne, FDP) in einem gemeinsamen Antrag. Damit sollen die umliegenden Straßen entlastet werden.

Friedhof könnte temporär für Autos geöffnet werden

Die Öffnung wäre nur temporär, bis die Bauarbeiten abgeschlossen sind. Doch einige der Baustellen werden noch Jahre benötigen. Zwei Beispiele: Die Bramfelder Chaussee bleibt wegen der Bauarbeiten für die neue U5 noch bis Ende 2026 einspurig. Die Wellingsbütteler Landstraße soll erst Ende 2027 fertig sein.

SPD-Fraktionschef: Verkehrslösung muss geprüft werden

„Ob das am Ende wirklich eine Lösung ist, wollen wir prüfen lassen“, sagt Marc Buttler, SPD-Fraktionschef in Wandsbek, auf MOPO-Anfrage. Natürlich sei es nicht sinnvoll, wenn sich der Verkehr am Ende an den beiden Aus- und Eingängen des Friedhofs staut.

Schranke Ohlsdorf
An der Kreuzung Mittelallee und Ida-Ehre-Alle auf dem Ohlsdorfer Friedhof verhindert den Durchgangsverkehr (Archivbild).

Nach Baustellen-Ende soll Friedhof wieder gesperrt werden

In ihrem Antrag schreiben die Fraktionen deshalb, dass die Funktion des Friedhofs als Ort der Ruhe, Erinnerung und Erholung nicht beeinträchtigt werden soll. Außerdem soll berücksichtigt werden, ob ergänzende Maßnahmen wie Geschwindigkeitsbegrenzungen oder verstärkte Verkehrskontrollen nötig sind. Mit Abschluss der Bauarbeiten soll der Friedhof erneut für den allgemeinen Verkehr gesperrt werden. Zugelassen sind dann nur Besucher von Trauerfeiern, der öffentliche Nahverkehr, die Polizei und die Feuerwehr. Welche der Bauarbeiten gemeint sind, blieb zunächst offen.

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Auf dem weltgrößten Parkfriedhof waren im Jahr 2020 Schranken gegen den Durchgangsverkehr aufgebaut worden. Denn eine Verkehrszählung hatte ergeben, dass mehr als 60 Prozent der täglich 8600 Autos den Friedhof nur durchfuhren. Laut Hamburger Bestattungsverordnung ist das allerdings verboten.

Wann das Befahren des Friedhofs wieder möglich sein könnte, steht noch nicht fest. Über den Antrag der Wandsbek-Koalition wird die Bezirksversammlung am Donnerstag beraten.