Ein Ausschnitt aus Fritz-Kolas Sortiment

Fritz-Kola sieht seine Werte nicht mit denen des Verbandes vereinbar. (Archivbild) Foto: IMAGO/onemorepicture

Brandmauer zur AfD eingerissen: Auch Fritz-Kola verlässt Verband

kommentar icon
arrow down

Kurz nach dem Austritt der Marken Rossmann und Vorwerk hat nun auch Fritz-Kola den „Verband der Familienunternehmer“ verlassen. Die Hamburger Firma zieht damit Konsequenzen aus dem Einreißen der Brandmauer zur AfD durch die Verbandsvorsitzende. Gewerkschaften schlagen Alarm.

Laut mehreren übereinstimmenden Medienberichten hat auch der Getränkehersteller Fritz-Kola den „Verband der Familienunternehmer“ verlassen. „Die Entscheidung der Verbandsführung, die bisherige Distanz gegenüber der AfD aufzugeben, steht nicht im Einklang mit den Grundsätzen, die Fritz-Kola als Unternehmen vertritt“, sagte ein Sprecher der Hamburger Firma laut „ntv.de“. „Eine offene, demokratische Gesellschaft bildet für uns die Grundlage wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Handelns.“

Deutscher Gewerkschaftsbund warnt die Unternehmen

Zuvor hatten unter anderem Rossmann und Vorwerk den Verband verlassen, weil er im Oktober erstmals auch AfD-Vertreter zu einem Parlamentarischen Abend eingeladen hatte. Präsidentin Marie-Christine Ostermann sagte dazu, das „Kontaktverbot“ zu AfD-Bundestagsabgeordneten sei aufgehoben worden.


MOPO

Die WochenMOPO – ab Freitag neu und überall, wo es Zeitungen gibt!
Diese Woche u.a. mit diesen Themen:

  • Drogen-Revolution: Der Polizeipräsident erklärt im MOPO-Interview seine Pläne
  • Neue Deutsche: Wir haben frisch eingebürgerte Hamburger gefragt, was sie in Zeiten von AfD und „Stadtbild”-Debatte bewegt
  • Öko-Sekte: Harmlose Weihnachtsmarktstände oder doch mehr? Eine Spurensuche
  • Große Rätselbeilage: Knobelspaß für jeden Tag
  • 20 Seiten Sport: HSV-Derby gegen Werder: Vorzeichen, Chancen und was auf dem Spiel steht
  • 28 Seiten Plan 7: Jetzt im Kino! „Stromberg”, der Chef aus der Hölle, ist zurück

Anja Piel aus dem Vorstand des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) forderte die Mitgliedsunternehmen des Verbands auf, sich klar hinter die Brandmauer zur AfD zu stellen. Den Funke-Zeitungen sagte sie, deren Einreißen „nach rechts“ gefährde Demokratie, internationales Ansehen und Wirtschaftsstandort. Demnach erschwere die Abschottungspolitik der AfD die Fachkräftesicherung erheblich und bedrohe die Arbeitsfähigkeit etwa von Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Unternehmerfamilien stünden zudem in einer besonderen historischen Verantwortung, sagte sie mit Blick auf Verstrickungen deutscher Unternehmen in der NS-Zeit.

Auch Geschäftspartner wie die Deutsche Bank haben bereits Konsequenzen gezogen. Sie stellt dem Verband ihre Berliner Räumlichkeiten künftig nicht mehr für Veranstaltungen zur Verfügung. Die Entscheidung folgt direkt auf die Einladung der AfD zu dem Parlamentarischen Abend.

Das könnte Sie auch interessieren: XXL-„Wal“: Hamburger Hauptbahnhof bekommt spektakuläre Neuheit

Der Verband verteidigte seinen Kurs. Mit Andersdenkenden zu diskutieren, heiße nicht, deren Positionen zu akzeptieren, sagte Ostermann. Zugleich wolle man keine Regierung mit AfD-Beteiligung, denn deren Weltbild passe nicht zur freiheitlichen und marktwirtschaftlichen Grundüberzeugung des Verbands. (prei/dpa)

Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp
test