„Böses Erwachen“ nach Eppendorfer Straßenfest: Ärger über Scherben, Prügel und Müll
Nach Beschwerden über Vandalismus und Wildpinkler im Vorjahr haben die Veranstalter des Eppendorfer Landstraßenfests in diesem Jahr aufgestockt: mehr Mülleimer, mehr Toiletten, mehr Sicherheitspersonal. Doch schon nach dem ersten Tag gibt es wieder Beschwerden. Eine Anwohnerin berichtet von einem „bösen Erwachen“.
Dieses Wochenende hat sich die Eppendorfer Landstraße wieder in eine Festmeile verwandelt: Musik, gastronomische Leckereien und ein Flohmarkt lockten am Samstag in der Spitze bis zu 17.500 Menschen gleichzeitig auf das Straßenfest. Doch auf ausgelassenes Feiern folgte am Sonntagmorgen ein „böses Erwachen“, wie eine MOPO-Leserin schildert.
Eppendorfer Landstraßenfest: Leserin ist „schockiert“ über Müll
Alles sei voller Scherben und Müll. Bilder zeigen zerbrochene Flaschen, auf dem Boden liegende Pappbecher und umgeworfene E-Scooter. „Mütter mit kleinen Kindern fegen am Eppendorfer Baum die Scherben weg, weil man keinen Zentimeter gehen kann, ohne in Scherben zu treten – tolles Eppendorfer Landstraßenfest“, so die Leserin. Sie sei „schockiert“.
Ein weiterer MOPO-Leser bestätigt den Eindruck: „Nahezu alle Zufahrtsstraßen waren mit Glasscherben übersät. Hier wurde offenbar gar nicht gereinigt.“ Auch ein Spielplatz am Kellinghusenpark sei massiv mit Glasscherben übersät gewesen. Immerhin: Nach einer Beschwerde beim Veranstalter wurde der Park direkt gesäubert. Auch Wildpinkler habe es wieder viele gegeben, allerdings sei die Situation besser als im Vorjahr. „Ich mag das Fest grundsätzlich sehr, aber so ist es wirklich eine Schande wie Menschen sich benehmen“, so der Leser.
Bereits im vergangenen Jahr hatte achtlos weggeworfener Müll beim Eppendorfer Landstraßenfest für viel Ärger unter Anwohnern und Besuchern gesorgt. Einige Gäste hatten zudem in Hauseingänge gepinkelt. Daraufhin haben die Veranstalter in diesem Jahr 30.000 Euro mehr in die Hand genommen und ordentlich aufgestockt: Es wurden zusätzliche Reinigungskräfte eingesetzt, außerdem wurde die Zahl der Mülleimer und der kostenlosen Toiletten verdoppelt.
Schlägereien sorgen für Polizeieinsätze
Allerdings sorgte am Samstag nicht nur Müll für Ärger: Mehrere Schlägereien hielten die Polizei auf Trab. Insgesamt 16 Mal mussten die Beamten eingreifen, wie ein Sprecher sagte. Meist gerieten Einzelpersonen, teils aber auch Gruppen aneinander. Das führte auch zu Verletzten: Zwei Frauen wurden etwa von einer geworfenen Glasflasche getroffen und kamen ins Krankenhaus.
„Rücksicht ist sexy“: Veranstalter rufen zu Rücksicht auf
Dabei hatten die Veranstalter in diesem Jahr auch mehr Sicherheitspersonal eingesetzt: Zwölf zusätzliche Streifen patrouillieren über das Fest und insbesondere in den Bereichen um die Bühnen. Auch ein Awareness-Team ist vor Ort.
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Unter dem Motto „Rücksicht ist sexy“ werben die Veranstalter in den sozialen Medien und mit Plakaten weiterhin für ein gutes Miteinander und mehr Rücksicht. „Denkt daran, dass ihr nicht allein feiert“, bitten die Veranstalter die Besucher auf Facebook. „Behandelt den Ort und die Nachbarschaft so, wie ihr sie selbst gerne vorfinden würdet. Nur gemeinsam schaffen wir es, dass das Eppendorfer Landstraßenfest auch in Zukunft ein schönes und friedliches Fest für alle bleibt und in seiner bisherigen Form weiterhin stattfinden kann.“