Bizarrer Fund beim Heimwerken: „Da sind Hakenkreuze in deiner Waschmaschine“
Seit einer Woche piept die Waschmaschine von Hannah Neumann. Genervt zieht sie den Stecker. In der Mittagspause beschließen sie und ihr Freund, sich das Gerät näher anzuschauen. Doch mit dem, was sie finden, haben sie nicht gerechnet.
„Ich habe die Maschine zu meinem Auszug von meinem Vater geschenkt bekommen“, erzählt Hannah Neumann der MOPO. Die 26-Jährige möchte anonym bleiben, eigentlich heißt sie anders. 2020 hat sie gemeinsam mit ihrem Vater einen Media Markt besucht und das Gerät ausgesucht. Eine Maschine mit sieben Kilo Fassungsvermögen der Marke Koenic. Produktname: KWM 71412 A3. Wenige Tage später wurde sie in ihre Wohnung geliefert. „Das war noch während der Corona-Maßnahmen“, erinnert sich die Hamburgerin.
„Da sind Hakenkreuze in deiner Waschmaschine!“
Seitdem hat die Maschine einen Umzug mitgemacht. Alles läuft gut, bis sie im März anfängt zu piepen. Daraufhin zieht Neumann den Stecker. Zwei Tage später beschließt sie, während sie mit ihrem Freund im Homeoffice sitzt, die Mittagspause dafür zu nutzen, die Maschine näher anzuschauen.
„Ich dachte, vielleicht hakt ein Knopf“, erzählt Neumanns Freund. Als er den Knopf entfernt und umdreht, ist er verblüfft. Auf der Rückseite des An-Aus-Knopfes sind zwei Verbindungsstücke – und die sehen aus wie Hakenkreuze. „Ich habe gerade gekocht, da ruft er: In deiner Waschmaschine sind Hakenkreuze“, erzählt Neumann. Erst dachte ich, er übertreibt. Ich war komplett schockiert“, sagt sie.
Auf Nachfrage bei Media Markt hat der Elektrofachhandel eine interne Prüfung eingeleitet. Eine Sprecherin berichtet von der Rückmeldung des Lieferanten. Sie sagt: „Bei dem betroffenen Bauteil handelt es sich um ein rein funktionales Element im inneren Aufbau des Schalters.“ Das Teil diene dazu, den Mikroschalter fester zu drücken und die Kontaktfläche zu vergrößern. Die Konstruktion sei 2020 ausgelaufen. „Nach Auskunft des Lieferanten war dieses Bauteil ausschließlich in diesem Modell verbaut.“ Weitere Modelle seien nicht betroffen.
Neumann ist sich sicher, dass diese spezielle Form der Verbindungsstücke nicht nötig gewesen wäre, damit die Knöpfe funktionieren. „Ich frage mich, wie das durchgegangen ist. Die Pläne müssen doch von jemandem angeschaut worden sein“, überlegt sie. „Normalerweise wird für solche Teile doch eine Plus-Form gewählt“, mutmaßt ihr Freund.
Hamburgerin stellt andere Haushaltsgeräte infrage
Der Vorfall beschäftigt Neumann nach wie vor. „Ich war aufgewühlt und habe den Austausch mit Freunden und Familie gesucht. Ich denke immer wieder darüber nach“, erzählt sie. Und der Fund wirft eine große Frage bei ihr auf: „Sind in anderen Haushaltsgeräten auch solche Symbole, und man weiß es einfach nicht?“.
Das könnte Sie auch interessieren: Hamburg weltweit Spitze: Dieser Computer soll unser Leben ändern
Die Maschine konnten die beiden nicht reparieren. Sie hat eine neue bestellt, das alte Modell den Abholern mitgegeben. Den Stecker vom An-/Aus-Knopf hat sie behalten. Als Beweis.