Bittere Bilanz in Hamburg: Die Zahl der Verkehrstoten steigt deutlich
39 Menschen starben 2024 im Hamburger Straßenverkehr, das sind elf mehr als noch im Jahr 2023. Gleichzeitig stieg auch die Anzahl der Verkehrsunfälle, wie eine Kleine Anfrage der CDU jetzt aufzeigt. In einem Bezirk krachte es ganz besonders oft.
Aus der neuen Kleinen Anfrage des CDU-Abgeordneten Richard Seelmaecker geht hervor, dass von Januar bis einschließlich November 2024 im Stadtgebiet insgesamt 59.236 Unfälle passierten. Das sind 617 mehr als im gleichen Zeitraum des Jahres 2023. Gleichzeitig ging der Autoverkehr im gesamten Jahr 2024 im Vergleich zu 2023 laut der Verkehrsbehörde minimal um zwei Prozent zurück, genauso wie der Radverkehr um ein Prozent.
In diesem Hamburger Bezirk krachte es am häufigsten
Die meisten Unfälle passierten laut Senatsantwort im Bezirk Hamburg-Mitte (14.846), danach folgen Wandsbek (10.359), Hamburg-Nord (9967), Altona (7864), Eimsbüttel (7823), Harburg (5386) und Bergedorf (2991).
Hauptverursacher waren demnach bis einschließlich November in 35.124 Fällen die Pkw-Fahrer, dahinter kommen die Lkw-Fahrer mit 9422 Fällen. Radfahrer waren bei 2087 Unfällen die Hauptverursacher. Die häufigste Unfallursache war in 12,4 Prozent der Fälle ein „fehlerhafter Fahrstreifenwechsel“. Direkter dahinter mit 11,69 Prozent steht „Fehler beim Wenden oder Rückwärtsfahren“.
„Hamburgs Verkehrsteilnehmer leben gefährlich“, bilanziert CDU-Verkehrssprecher Richard Seelmaecker. „Eine beunruhigende Entwicklung, die klar zeigt, dass Senator Anjes Tjarks die Straßen und Wege in Hamburg einfach nicht sicher bekommt.“ Er fordert bessere Kontrollen und eine Überarbeitung der Verkehrserziehung.
So viele Menschen starben 2024 auf Hamburgs Straßen
Zuletzt hatte es nur 2008 mehr Verkehrstote auf Hamburgs Straßen gegeben. Damals starben 40 Menschen, seither gingen die Zahlen zurück. Die meisten Toten im Jahr 2024 waren über 65 Jahre alt, es starben aber auch zwei Kinder: Im Februar geriet ein Neunjähriger unter einen Linienbus, der an der Bushaltestelle in Neuallermöhe gerade anfuhr. Er starb noch am Unglücksort. Die Staatsanwaltschaft erhob Anklage wegen fahrlässiger Tötung.
Im August kam ein Zweijähriger ums Leben: Zwei junge Männer sollen sich auf dem Schiffbeker Weg in Billstedt ein Autorennen geliefert haben. Eine 40-jährige Mutter, die mit ihren zwei Söhnen im Auto aus einer Seitenstraße einbog, wurde von den Fahrzeugen erfasst. Alle drei wurden schwer verletzt, der Zweijährige erlag später seinen Verletzungen im Krankenhaus. Die Staatsanwaltschaft hat inzwischen Anklage wegen Mordes erhoben.
Fußgänger waren im vergangenen Jahr die Gruppe mit den meisten Verkehrstoten: 14 von ihnen starben bei Unfällen, bei den Radfahrern waren es zehn.