Wohnungen in Hamburg

Wohnen in Hamburg bleibt teuer. Auch wenn der Mietenspiegel nur moderat gestiegen ist. (Symbolbild) Foto: picture alliance/dpa/Georg Wendt

Bezahlbares Wohnen: Hamburg verlängert wichtigen Vertrag

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Zum vierten Mal haben der Hamburger Senat und die privaten Wohnungsunternehmen das sogenannte „Bündnis fürs Wohnen“ verlängert. Darin festgehalten war bisher unter anderem das Ziel, pro Jahr 10.000 neue Wohnungen für Hamburg zu genehmigen – davon rund 35 Prozent Sozialwohnungen. Am Mittwoch unterzeichneten die Beteiligten den Vertrag im Rathaus und zogen eine Bilanz aus 15 Jahren Bündnis.

Das „Bündnis für das Wohnen“ sei ein „Erfolgsmodell“, sagte Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD). „Nach wie vor ist es teuer, in Hamburg zu wohnen, aber der Anstieg ist gebremst worden.“ Das Bündnis gibt es seit 2011 in Hamburg. Neben dem Senat sind darin die Verbände der Wohnungswirtschaft und die städtische Wohnungsgesellschaft Saga vertreten. Die Mietervereine sind beratend beteiligt.

Ziel des Bündnisses sind neben 10.000 genehmigten Wohnungen pro Jahr, bezahlbare Mieten und das Bauen gemeinsam schneller und günstiger zu machen. „Vor dem Bündnis ist der soziale Wohnungsbau zum Erliegen gekommen“, resümierte Stadtentwicklungssenatorin Karen Pein. Durch das Bündnis für das Wohnen sei dieser Rückgang gestoppt worden.

Hamburg: Bündnis für das Wohnen verlängert

Im vergangenen Jahr wurden in Hamburg aber lediglich 6734 Baugenehmigungen erteilt – davon 2742 neue geförderte Wohnungen. Zuletzt hatte der rot-grüne Senat im Jahr 2022 seine Zielmarke geknackt und mehr als 10.377 Wohnungen genehmigt.

Hamburgs Senat, Bezirksamtchefs und Wohnungsverbandschefs unterzeichnen die Fortführung des „Bündnis für das Wohnen” im Rathaus. ann-christin busch
Bündnis für das Wohnen
Hamburgs Senat, Bezirksamtchefs und Wohnungsverbandschefs unterzeichnen die Fortführung des „Bündnis für das Wohnen” im Rathaus.

Im Jahr darauf folgte der Einbruch: Nur etwas mehr als die Hälfte der Zielzahl konnte erreicht werden – vor allem der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine erschütterte den Markt. Zwar setzt nun langsam eine Erholung ein, doch der Druck aufgrund des hohen Bedarfs bleibt bestehen.

Tschentscher: Absenkung der Zielzahl „keine gute Idee“

„Trotzdem sind etwa 6000 Wohneinheiten nicht das, was wir uns vorgestellt haben“, sagte Tschentscher. „Wir wollen wieder auf das Niveau von 10.000.” Darum gebe es neue Baustandards und Förderprogramme. In den nächsten Jahren werde die Zielzahl aufgrund der aktuellen Rahmenbedingungen allerdings schwierig zu erreichen sein, gab der Bürgermeister zu.

Den Vorschlag des Klimabeirats, das Ziel auf 5000 Wohnungen pro Jahr herabzusenken, nannte Tschentscher trotzdem „keine gute Idee“. Man könne nicht so tun, als ob es ein Klimaschutzproblem sei, neue Wohnungen zu bauen.

Das Bündnis bekennt sich aber klar zum vorgegebenen Ziel der Klimaneutralität bis 2040. Wichtigster Hebel ist, laut Thomas Krebs vom städtischen Wohnungsunternehmen Saga, die Wärmewende. Dazu zählen unter anderem der Ausbau der Strom- und Fernwärmenetze sowie die Energieplanung.

Wohnungen in Hamburg: So soll es weitergehen

Neben dem Neubau von Wohnungen, will das Bündnis in der laufenden Legislatur einen Fokus auf den Umbau im Bestand legen. Dieser soll möglichst schnell, sozialverträglich und klimaneutral ablaufen. Zudem sollen auch Gewerbegrundstücke oder Büroflächen in Zukunft stärker zu Wohnungen umgewandelt werden.

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Neu im aktuellen Vertrag: Der neue „Hamburg Standard“, der einfacheres und günstigeres Bauen ermöglichen soll, wird auf den Bestand ausgeweitet. So sollen auch Modernisierungen und Optimierungen kostengünstiger und unkomplizierter sein.

Das Mietrecht wurde wieder im Bündnistext verankert. Alle Beteiligten haben sich darauf geeinigt, dass sie ein „moderates Mietniveau“ in Hamburg sichern wollen. Außerdem soll der Anstieg der Betriebskosten begrenzt werden. „Es bleibt angespannt, aber gemeinsam können wir etwas reißen für Hamburg“, sagte Senatorin Pein.

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