Hamburg

Betrug mit Ferien-Gutscheinen? Vorwürfe gegen Kindersportverein

Mehrere Schulkinder spielen gemeinsam Fußball auf einem grünen Feld.
In Hamburg laufen Ermittlungen wegen Betrugs gegen einen Kindersportverein. (Symbolbild)

Die Active City Starter-Gutscheine sollten während Corona die Leute zum Sport bewegen. Jetzt gibt es Betrugsvorwürfe gegen einen Kindersportverein. Es geht um 24.000 Euro.

„Hinter jedem Gutschein steht ein Mensch, der jetzt im Verein Sport treibt, sich bewegt und mit anderen Menschen zusammenkommt“, sagte Andy Grote im Mai 2022, nachdem rund 22.500 Active City Starter-Gutscheine vergeben worden waren. Ob tatsächlich hinter jedem Gutschein ein neues Vereinsmitglied stand, prüft nun die Staatsanwaltschaft. Im Fokus der Ermittlungen steht ein Kindersportverein aus Altona.

Die Gutscheine wurden während der Corona-Pandemie eingeführt. Sie sollten Sportvereine unterstützen und Menschen in Hamburg wieder für Bewegung und Vereinsangebote gewinnen. Das Prinzip: Interessierte konnten über die Active-City-Website einen Gutschein beantragen. Der teilnehmende Verein musste anschließend im Förderportal des Hamburger Sportbunds (HSB) den Gutschein sowie einen ausgefüllten und vom Verein bestätigten Neumitgliedsantrag hochladen.

Der Vorsitzende eines Sportvereins aus Altona soll das System jedoch missbraucht haben. Rund 300 Neuanmeldungen soll er vorgetäuscht und dadurch Fördermittel zu Unrecht erhalten haben. Pro Anmeldung zahlte der Hamburger Sportbund nach Angaben des Vereins beziehungsweise der Förderbedingungen 80 Euro aus. Der mutmaßliche Schaden beläuft sich somit auf 24.000 Euro.

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Die Staatsanwaltschaft bestätigt, dass ein „entsprechendes Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Betruges gegen einen Beschuldigten“ geführt wird.

Hinweis auf mögliche Unregelmäßigkeiten kam aus dem Umfeld des Beschuldigten

Für einen Teil der Anmeldungen sollen reale Daten verwendet worden sein, wie die Staatsanwaltschaft bestätigt. Bei einem weiteren Teil der Anmeldungen sollen Daten erfunden worden sein. Die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen.

Laut Hamburger Sportbund kam der anonyme Hinweis, der 2022 die Ermittlungen auslöste, von jemandem aus dem Umfeld des Beschuldigten.

Auf mehrfache Nachfrage der MOPO erklärte der Beschuldigte, das Thema sei für ihn erledigt. Dem „Abendblatt“ sagte er zuvor, dass die Beitrittsanträge nicht von den Eltern, sondern vom Vereinsvorstand mit deren Namen unterschrieben worden seien. Das sei im Nachhinein sicherlich falsch gewesen. Alle Kinder und Jugendlichen, die dem Verein in dem Zeitraum beitraten, habe es wirklich gegeben.

Hamburger Sportbund: „Auffälligkeiten sind unbestritten“

Die Beitrittsanträge hätten laut Hamburger Sportbund jedoch grundsätzlich von der beitretenden Person oder – bei Minderjährigen – von einem Erziehungsberechtigten unterschrieben werden müssen. Man habe nach dem anonymen Hinweis umgehend die gefundenen Auffälligkeiten an die zuständigen Ermittlungsbehörden übergeben. „Die von uns festgestellten Auffälligkeiten sind unbestritten. Ob ein Straftatbestand vorliegt, muss die Justiz entscheiden.“

„Für den HSB ist klar: Hinweise auf Auffälligkeiten oder mögliche Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit der Verwendung öffentlicher Fördermittel müssen sorgfältig geprüft und, wenn erforderlich, durch die zuständigen Behörden aufgeklärt werden.“ Zugleich gelte selbstverständlich die Unschuldsvermutung.

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