Besonderer Ort in Hamburg: In dieser Straße bringen Kunstwerke die Wände zum Tanzen
Ein Schloss sucht man in der Schloßstraße vergeblich – das steht ein paar Schritte weiter auf der anderen Seite des Hafens. Der Besuch am Harburger Binnenhafen lohnt sich aber trotzdem gleich mehrfach: wegen der historischen Häuser und wegen der besonderen Kunstwerke, die es hier zu sehen gibt.
Bunte Mauern
Drei großformatige Wandbilder verwandeln ehemals triste Mauern in der Schloßstraße in bunte Kunstwerke. Alle Murals entstanden zu den Streetart-Festivals „Walls Can Dance“. Inspiriert von südamerikanischen Göttern und Geistern leuchtet das Wandbild an der Harburger Schloßstraße 36 in Gelb, Rot und Grün. Ein Werk der Hamburger Brüder Florin und Christoph (Low Bros) ziert eine Seitenwand der ehemaligen Ölmühle Thörl, und gleich nebenan will die Argentinierin Caro Pepe mit ihrem Wandbild zeigen, dass Wind und Wellen uns häufig von unserem Geburtsort wegtragen, wir aber trotzdem dort tief verwurzelt sind.
Galerie der Rekorde
Kunst im Innenraum gibt es im zur „Galerie 1565“ umgebauten Bornemann’schen Haus zu sehen. Der Name bezieht sich auf das Baujahr des sanierten Fachwerkhauses, eines der ältesten Bürgerhäuser in Hamburg. Die uralten Dielenböden und unverputzten Wände passen ausgezeichnet zu den modernen Kunstwerken, die auf zwei Etagen gezeigt werden. Für die Sanierung bekam Investor Arne Weber den Denkmalpreis 2023. Bis zum 3. Mai ist dienstags bis freitags von 12 bis 18 Uhr und samstags von 12 bis 16 Uhr die Gruppenausstellung „Picture This!“ zu sehen.
Das könnte Sie auch interessieren: Augen auf und staunen: Kennen Sie diese Mega-Wandgemälde?
Uni in Ölfabrik
Das geschwungene Verwaltungsgebäude der Ölfabrik Thörl im Jugendstil ist das imposanteste Bauwerk an der Schloßstraße. 1978 wurde hier die Technische Universität Hamburg (TUHH) gegründet. Die Renovierung des Hauses soll bald abgeschlossen sein. Zur TUHH gehört auch der Startup Port in einem modernen Gebäude nebenan. Hier gibt es Informationen und Unterstützung für alle Gründer und Gründerinnen.
Historische Häuser
Von den Zeiten, als die Schloßstraße wichtige Verbindungsstraße war, zeugen neben dem Bornemann’schen Haus weitere Fachwerkhäuser wie das Gasthaus Goldener Engel. Schon 1742 gab es hier einen „Ausspann“, eine Wirtschaft mit Pferdestall. Bis vor wenigen Jahren war der „Goldene Engel“ beliebter Treffpunkt, jetzt steht Hamburgs ältestes Gasthaus leer und wartet auf neues Leben in historischen Mauern.
Essen und Trinken
Zu Harburgs besten kulinarischen Adressen gehört das Restaurant Scharf in der Schloßstraße 2. Traditionelle deutsche Küche in stilvoller Umgebung – ein echter Geheimtipp! Günstigen hausgemachten Mittagstisch gibt es täglich außer samstags im Schnellrestaurant „von-bis“ am anderen Ende der Straße. Bei gutem Wetter sitzen Gäste im Garten, an kühlen Tagen im Wintergarten. Der Blick auf den Hafen ist einmalig, und Kunst zu sehen gibt es von hier auch: ein Wandbild des Kollektivs Innerfields.
Schloss-Suche
Über die Zitadellenbrücke und weiter über die Straße „An der Horeburg“ geht es zum Harburger Schloss. Die erste „Horeburg“ stand hier vor 900 Jahren. Vom späteren Schlossbau sind nur die Kellergewölbe und ein Seitenflügel aus dem 14. Jahrhundert erhalten geblieben.