Besonderer Laden nach 25 Jahren dicht: Hier kauften Kunden aus der ganzen Stadt ein

Das Fachgeschäft für Rasierer in Hamburg schließt
Das Rasierfachgeschäft Lilienthal schließt nach 25 Jahren.

Sie hat beraten, repariert und verkauft: Vor 25 Jahren gründete Ute Lilienthal ihr Fachgeschäft für Rasierer in Hamburg. Erst Anfang Dezember feierte sie Jubiläum. Doch nun ist bald Schluss – der Laden schließt für immer.

Für Ute Lilienthal geht am 31. Dezember nicht nur das Jahr 2025 zu Ende. Auch die Zeit in ihrem „Rasiererfachgeschäft Lilienthal“ ist dann vorbei. Von Rasiermessern über Pflegeprodukte bis hin zu Scheren sowie Trocken- und Nassrasierern finden Kunden hier so ziemlich alles, was Haare kürzer machen kann. Eine Besonderheit: Der kleine Laden mit Blumendeko im Fenster verkauft auch Ersatzteile und bietet Reparaturen an. Doch nach 25 Jahren schließt das Geschäft in der Straße Dehnhaide (Barmbek-Süd). „Wir gehen in den Ruhestand“, sagt Lilienthal zur MOPO.

Hamburg: Fachgeschäft für Rasierer schließt

Das Problem: Es findet sich kein Nachfolger, der das Geschäft übernehmen könnte. Zu wenig junge Menschen hätten Interesse oder das nötige Fachwissen für Reparaturen, erklärt Lilienthal. Solche Probleme hat nicht nur sie. Viele Betriebe haben Schwierigkeiten, Unternehmensnachfolger zu finden, heißt es von der Handelskammer. Das betreffe nicht nur den Einzelhandel, sondern viele eigentümergeführte Unternehmen in Hamburg, sagt ein Sprecher der MOPO.

Wie es Lilienthal jetzt geht, wo der von ihr gegründete Laden dichtmacht? „Es ist schon Herzschmerz dabei, aber irgendwann ist eben auch mal Schluss”, sagt sie. Die Kunden werden ihr fehlen. Es ging in dem Laden sehr privat zu, mit vielen Gesprächen und Stammkunden, von denen auch die Kinder im Laden einkauften, erzählt sie.

Das könnte Sie auch interessieren: Wird die Oberstufe reformiert? Was sich bald für Hamburgs Abiturienten ändert

Ob es denn auch etwas gibt, das sie weniger vermissen wird? Eigentlich nicht, sagt Lilienthal. Sie habe gern gearbeitet. Trotzdem hat Lilienthal ihren Frieden mit dem Abschied gemacht. „Es ist eben so”, sagt sie resolut. Nun blicke sie positiv in die Zukunft und auf die Zeit im Ruhestand.

Der Laden ist ein Beispiel dafür, wie die Ära der Fachgeschäfte in dem Segment zu Ende geht. „Ich bin die einzige, die übrig geblieben ist”, sagt Lilienthal. Nachdem nach und nach andere klassische Rasierfachgeschäfte geschlossen hatten, kamen die Kunden aus immer weit entfernteren Stadtteilen zu ihr. Auch sie müssen sich jetzt umorientieren. Der Räumungsverkauf läuft.