Kita Kind Gehilfe

Ein Kind geht mit Gehhilfe eine Treppe in einer Kita hinauf (Symbolbild). Foto: picture alliance/dpa/Andreas Arnold

Besondere Kita vor dem Aus: Scharfe Kritik am Senat – „sozialpolitischer Sinkflug“

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Die Inklusions-Kita an der Elfenwiese steht vor dem Aus. Trotz eines letzten Hoffnungsschimmers für Eltern und Beschäftigte hat die Hamburgische Bürgerschaft die Pläne der städtischen „Elbkinder Vereinigung Hamburger Kitas gGmbH“ gebilligt. Damit ist klar: Der traditionsreiche Standort soll geschlossen, Kinder und Fachpersonal sollen an eine andere Kita verlegt werden.

Ausgangspunkt der Debatte war ein Antrag der Linken, die den Erhalt der Kita an Ort und Stelle forderten. Kurz vor der Bürgerschaftssitzung legten auch CDU und AfD eigene Anträge vor. Alle drei Oppositionsfraktionen sprachen sich für einen Neubau am bisherigen Standort und einen Weiterbetrieb der Kita während der Übergangszeit aus.

Durchgesetzt hat sich jedoch ein Antrag von SPD und Grünen. Er unterstützt im Kern die Linie der Elbkinder: Die Kita Elfenwiese soll abgewickelt werden, die betroffenen Kinder – darunter auch schwerstbehinderte – sowie das Fachpersonal sollen in die nahe gelegene Kita Schneverdinger Weg wechseln. Die rot-grüne Koalition betont, dass so zumindest das fachliche Know-how erhalten bleibe. Das „Abendblatt“ berichtete zuerst.

Scharfe Kritik der CDU an Plänen von SPD und Grünen

Scharfe Kritik kam aus der Opposition. Die Harburger CDU-Abgeordnete Birgit Stöver warnte vor erheblichen Nachteilen für die Kinder und nannte die Entscheidung einen „sozialpolitischen Sinkflug!“. Besonders problematisch sei, dass die enge Zusammenarbeit mit der ebenfalls auf körperbehinderte Kinder spezialisierten Schule Elfenwiese erschwert werde. Im schlimmsten Fall müssten Kinder künftig für Therapien pendeln – ein erheblicher Stressfaktor.


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Die Elbkinder hatten die geplante Schließung zunächst mit Schädlingsproblemen begründet, später jedoch eingeräumt, dass wirtschaftliche Gründe ausschlaggebend sind. Das Gebäude sei in die Jahre gekommen, eine Generalsanierung wäre teuer. Stattdessen sollen Team und Kinder auf andere Standorte verteilt werden.

Am Schneverdinger Weg gibt es allerdings noch Baustellen: Die Kita ist bislang nicht vollständig barrierefrei, ein Aufzug fehlt, zudem sind zwei Gruppenräume wegen eines Wasserschadens gesperrt. Bis zum geplanten Umzug im September sollen diese Mängel behoben sein.

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SPD und Grüne wollen die Elbkinder an diese Zusagen binden. Zudem soll geprüft werden, ob auf dem Gelände der Elfenwiese perspektivisch eine neue Kita entstehen kann, angebunden an die Schule. Der SPD-Abgeordnete Mathias Czech sagte: „Wir werden darauf achten, dass das auch umgesetzt wird“.

Enttäuscht zeigte sich hingegen der Linken-Politiker Thomas Meyer, der den Erhalt der Kita gefordert hatte: „In Absprache mit den Elternvertretern haben wir jetzt beschlossen, den Übergang sehr kritisch im Auge zu behalten“. (rei)

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