Bertini-Preis: Diese Hamburger Projekte werden ausgezeichnet
Für ein besseres Miteinander: Der Bertini-Preis wird jedes Jahr an junge Menschen aus Hamburg verliehen, die sich besonders verdient im Kampf gegen Ausgrenzung gemacht haben. In diesem Jahr werden sechs Projekte prämiert.
Gleich sechs Projekte an Hamburger Schulen werden in diesem Jahr mit dem renommierten Bertini-Preis ausgezeichnet. Der Preis – sein Name geht auf den Roman „Die Bertinis“ von Ralph Giordano zurück – soll Engagement fördern, das sich in besonderer Weise um den Kampf gegen Ausgrenzung und Ungleichheit verdient macht und richtet sich speziell an junge Menschen. Er wird immer im Folgejahr der Projekte am 27. Januar, dem Holocaust-Gedenktag, verliehen. In diesem Jahr geht der Preis an die folgenden Projekte:
Bertini-Preis: Diese Projekte werden prämiert
Die Klasse 8d der Otto-Hahn-Schule in Jenfeld wird für ihr Theaterprojekt „Nie wieder!“ ausgezeichnet: Die Jury lobt, wie sich die Schüler:innen „intensiv mit den Themen Nationalsozialismus, Verfolgung der Jüd:innen und den Parallelen zur heutigen Zeit“ auseinandergesetzt haben. Das von den Schülern selbstständig organisierte Projekt stehe „beispielhaft für Erinnerungskultur, Zivilcourage und gelebte Demokratie im Schulalltag“.
Ein weiteres Theaterprojekt, ein anderes Themenfeld: Die Theaterkurse des 12. und 13. Jahrgangs der Stadtteilschule Bramfeld bekommen den Bertini-Preis für ihr Stück „weil ich NEIN sagte“, das Gewalt gegen Frauen thematisiert. Die Jury lobt das „eindringliche, interaktive Erlebnis, das Betroffenen eine Stimme gibt und das Publikum zum Nachdenken und Handeln anregt“. Das Multimedia-Stück zeige „eindrucksvoll, wie junge Menschen künstlerische Mittel nutzen, um gesellschaftliche Missstände zu thematisieren und Bewusstsein für Gleichberechtigung und Menschenwürde zu schaffen“.
Bertini-Preis: „Demokratie braucht keine Alternative“
Ihr Eintreten gegen eine AfD-Wahlkampfveranstaltung in der Friedrich-Ebert-Halle hebt die Bertini-Jury als besonderen Höhepunkt der „Feste der Demokratie“ am Friedrich-Ebert-Gymnasium in Heimfeld hervor. Anlässlich des 100. Todestags Eberts und der Wahlen in Hamburg sollten demokratische Werte sichtbar gemacht und ihre Bedeutung hervorgehoben werden. Um gegen die AfD zu protestieren, spannten Schüler:innen und Lehrkräfte „ein großes Banner mit der Aufschrift ‚Demokratie braucht keine Alternative!‘ sowie weitere Symbole für Vielfalt und Zusammenhalt“, heißt es in der Jury-Begründung: Das Projekt stärke „das demokratische Bewusstsein der gesamten Schulgemeinschaft“.
Aus der AG „Jüdische Biografien“ am Helene-Lange-Gymnasium in Harvestehude entstand das nun ausgezeichnete Projekt „Hier lernten …“. Die Schüler:innen recherchierten und dokumentierten die Biografien jüdischer Schüler:innen ihrer Schule zwischen 1910 und 1934. Im Juli 2025 wurden vor dem Gymnasium 27 Stolpersteine verlegt, der Landesrabbiner Shlomo Bistritzky sprach ein Grußwort. „Das Projekt schafft einen wichtigen Raum der Erinnerung, würdigt individuelle Schicksale und stärkt das historische Bewusstsein der Schulgemeinschaft nachhaltig“, heißt es dazu von der Jury.
Gedenken – und eine Spielshow gegen Populismus
Gleich 21 Klassen der BS02 in Borgfelde setzten sich im Zuge der temporären Umbenennung zur „Julius Hirsch Schule“ laut Preisbegründung „mit Themen wie Demokratie, Menschenrechte, Antifaschismus und Erinnerungskultur auseinander“. Während des Aktionsmonats entstanden ganz unterschiedliche Projekte, gekrönt wurde das Projekt durch die große Abschlussveranstaltung, an der unter anderem Vertreter:innen der DFB-Kulturstiftung, der Gedenkstätte Neuengamme und der Familie des von den Nationalsozialisten ermordeten Fußballnationalspielers Hirsch teilnahmen. „Der Aktionsmonat schärfte das Bewusstsein für historische Verantwortung, stärkte demokratische Haltung und setzte ein deutliches Zeichen gegen Diskriminierung.“
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Das Theaterprofil des zwölften Jahrgangs der Stadtteilschule Blankenese hat eine interaktive Spielshow entwickelt, die spielerisch aufzeigt, „wie schleichend sich faschistische Positionen ausbreiten können, die in populistischem Gewand unterhaltsam und kurzweilig daherkommen“, lobt die Jury des Bertini-Preises. „Wer die Wahl hat“ basiert auf dem Gesellschaftsspiel „Secret Hitler“, in dem Liberale gegen Faschisten kämpfen – ohne genau zu wissen, wer zu welcher Gruppe gehört.
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