Beliebte Proberäume geschlossen – Musikszene entsetzt

Zwei Türen zu Studioräumen bei den „Pirate-Studios“ in Hamburg Bahrenfeld
In Hamburg-Bahrenfeld ist von einem auf den anderen Tag ein ganzer Komplex an Musikstudios geschlossen worden. (Archivbild)

Die „Pirate Studios“ in der Marzipanfabrik in der Griegstraße (Bahrenfeld) waren über Jahre hinweg eine der Hauptanlaufstellen für angehende oder aktive Musikerinnen und Musiker. Nun wurden die Proberäume und Tonstudios von einem auf den anderen Tag geschlossen. Die Musikszene zeigt sich entsetzt.

Wer in Hamburg eine Band gründen oder eine professionelle Tonaufnahme machen will, hat es nicht immer leicht. Das Equipment kostet viel Geld, die Nachbarn will man nicht verärgern und Platz zum Proben haben viele auch nicht.

„Pirate Studios“ von Vandalismus und Technik-Problemen betroffen

Die „Pirate Studios“ in den Räumen der „Marzipanfabrik“ in Bahrenfeld konnten hier Abhilfe schaffen. Das in London ansässige Unternehmen hatte die Räume im Oktober 2021 eröffnet und bot dort Studios günstig zur Kurzzeitvermietung an. Kundinnen und Kunden konnten für einige Stunden oder einen Tag ein Studio für DJ-Sets, Podcasts, Gesangsaufnahmen oder Bandsessions mieten – rund um die Uhr, sieben Tage die Woche.

Leider wurden die Studios über einen personalisierten Zahlencode zugänglichen Studios aber immer wieder von Vandalismus oder technischen Problemen heimgesucht. In den Google-Bewertungen des Standorts berichten mehrere Kundinnen und Kunden von wochenlang kaputtem WLAN oder Vandalismus in den Toiletten, was die MOPO bestätigen kann.

Proberäume schließen plötzlich – Unternehmen will sich nicht äußern

Im November vergangenen Jahres verschickte das Unternehmen dann eine E-Mail an alle Hamburger Kundinnen und Kunden, die der MOPO vorliegt. Darin heißt es, die DJ-Studios seien „bis auf Weiteres“ geschlossen, da es „unerwartete Probleme mit dem Equipment“ gebe. Alle anderen Studios sollen aber problemlos geöffnet bleiben, man könne aber noch keinen Termin nennen, zu dem das Problem behoben sei.

Am 20. Dezember wurde dann ein Artikel auf die Support-Seite gestellt, in dem das Unternehmen mitteilte, dass die Standorte Hamburg-Bahrenfeld und Berlin-Tempelhof insolvent seien. Bereits gebuchte Termine würden abgesagt und bezahltes Geld eventuell vom Insolvenzverwalter zurückerstattet werden.

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Auf Anfrage der MOPO wollte sich das Unternehmen nicht zu der Schließung der Studios äußern.

Musikszene ist entsetzt, Alternativräume werden gesucht

In Internet tauscht sich die Musikszene über die Schließung aus. Ein Nutzer schreibt auf Facebook, er sei „wie viele andere von der Schließung betroffen“ und suche nun mit seiner Band einen neuen Proberaum. Ein anderer bedauert die Schließung und schreibt: „Schade, war leider abzusehen, so wie mit dem Equipment leider umgegangen wurde“.

Die „Pirate Studios“ in der Marzipanfabrik in der Griegstraße (Bahrenfeld) waren über Jahre hinweg eine der Hauptanlaufstellen für angehende oder aktive Musikerinnen und Musiker. Nun wurden die Proberäume und Tonstudios von einem auf den anderen Tag geschlossen. Die Musikszene zeigt sich entsetzt.