Bauherr lobt seinen Neubau: Aber wird dieser graue Kasten wirklich schön?
Der Neubau von Körber Technologies wird das erste Gebäude im Innovationspark Bergedorf sein, hier sollen einmal 2000 Menschen arbeiten. Jetzt steht fest, wie die Fassade des riesigen Komplexes aussehen soll. Die Bauherren sind begeistert, auch der Oberbaudirektor war eingebunden. Aber ist dieses Firmen-Outfit wirklich innovativ oder interessant? Oder entsteht da ein grauer Klotz, wie jede x-beliebige Logistikhalle an der Autobahn?
Mehr als 210 Meter Länge, 190 Meter Breite und 16 Meter Höhe – diese gewaltigen Maße soll der fast quadratische Körber-Neubau einmal haben. Bisher ist davon noch nichts zu sehen, die Hochbauarbeiten haben gerade erst begonnen. Die gesamte Fläche bekommt dann eine einheitliche Fassade. Zu sehen sein wird das Gebäude von der Bergedorfer City aus und vor allem auch von der A25-Abfahrt. Im 200 Millionen Euro teuren Komplex sollen ab 2027 Verwaltung und Fabrik des Unternehmens unter einem Dach arbeiten.
Körber-Neubau in Bergedorf: Wird die Halle gut aussehen?
Mittlerweile steht fest, wie die Fassade aussehen soll. Ein Modell, das im Maßstab 1:1 extra auf dem Gelände aufgebaut wurde, damit alle sich die Anmutung vorstellen können, zeigt eine langweilige graue gewellte Front, von Fenstern unterbrochen. Als wäre man bei Körber selbst nicht so ganz vom Eindruck überzeugt, preist das Unternehmen dabei die sogenannte Eloxal-Beschichtung an, die dafür sorgen soll, dass die Fassade in der „Sonne glänzt und changiert“ und so für ein „lebendiges Erscheinungsbild“ bei dem Industriebauwerk sorgen soll.
Das Technik-Unternehmen selbst hat die architektonische Latte hoch gehängt: In einer Stellungnahme ist die Rede davon, dass man es sich „nicht leicht gemacht“ habe, da die Fassade „bald den architektonischen Charakter des neuen Standorts prägen“ werde – „für Mitarbeitende, Kunden, Partner, Nachbarn im Innovationspark Bergedorf und alle, die täglich daran vorbeigehen“.
Hamburgs Oberbaudirektor gefällt die Körber-Fassade
Das Modell eines Fassadenabschnitts im Maßstab 1:1 wurde in Absprache mit dem Oberbaudirektor und dem Bezirk Bergedorf errichtet. Verschiedene zur Auswahl stehende Fassadenelemente, Farbkombinationen und Gestaltungskonzepte für filigrane Details wurden am Modell angebracht. Die Entscheidung sei am Ende schnell gefallen, offenbar gab es große Einigkeit.
„Hochwertig und nachhaltig“ ist die ausgewählte Fassade laut dem planendem Architekturbüro RKW+, einem der führenden deutschen Architekturbüros für Industriebau. Sie ist laut RKW+ rückbaufähig, es werden keine Verbundstoffe verarbeitet. O-Ton des Architekten: „Sie entspricht mit ihrem zeitlosen Stil dem Selbstverständnis des Bauherrn.“
Aber ist die Fassade auch ansprechend? Oder spannend? Oder hebt sich sonst irgendwie von anderen Industrie- oder Logistikbauten ab, die es zuhauf entlang der Autobahnen gibt? Zweifel sind angebracht. Aber vielleicht werden auch alle Passanten und Mitarbeiter Ende nächsten Jahres verblüfft und begeistert vor der dank Eloxal-Beschichtung „glänzenden und changierenden“ Halle stehen.
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Körber Technologies baut im Technologiepark an der A25-Abfahrt Bergedorf einen Standort für Verwaltung, Entwicklung, Produktion und Logistik nach neuesten Standards. Dort werden die Standorte Bergedorf (Kurt-A.-Körber-Chaussee) und Schwarzenbek zusammengelegt. Später sollen sich auf dem Gelände des Bergedorfer Innovationsparks noch weitere Unternehmen ansiedeln.