Hamburg

Baklava-Betrug, Bier-Keime, olles Olivenöl – Hygiene-Institut warnt nach Kontrollen

Zapfanlagen
Nicht alle Zapfanlagen werden regelmäßig genug gesäubert.

Im Hamburger Institut für Hygiene und Umwelt (HU) wird geforscht, geprüft und aufgedeckt – mit teils unappetitlichen Ergebnissen. Drei Beispiele: Ob süßes Baklava, frisch gezapftes Bier oder das Olivenöl auf dem Restauranttisch, in allen Bereichen fanden die Prüfer reichlich Anlass zur Beanstandung.

Besonders ärgerlich: Bei fast zwei Dritteln der seit 2015 untersuchten rund 100 Baklava-Proben wurde getrickst. Wie, erklären die Wissenschaftler auf ihrer Webseite selbst: Teure Pistazien werden teils einfach durch billigere Sonnenblumenkerne oder ähnliches ersetzt. Und dann mit grünen Farbstoffen aufgehübscht. In manchen Fällen fehlten Hinweise auf Allergene. Die Betrugsfälle wurden inzwischen an die Staatsanwaltschaft weitergegeben. Eine neue DNA-Analysemethode soll Fälschungen künftig schneller aufdecken. Zuerst hatte das „Abendblatt“ darüber berichtet.

Hamburger Hygiene-Institut: Hälfte der Bier-Proben beanstandet

Auch beim Bier ist nicht alles sauber. Die Hälfte der 2022 im HU getesteten Proben aus Hamburger Bars und Restaurants wurde beanstandet. Häufige Ursache: verkeimte Zapfanlagen oder schlecht gespülte Gläser. „Wenn Bier zu lange in den Leitungen steht oder Zapfhähne nicht gereinigt werden, entstehen Fehlgeschmack, Trübung und Keime“, warnt HU-Vize-Geschäftsführer Jochen Riehle, der den Bereich Lebensmittelsicherheit leitet, im Gespräch mit der MOPO. Ebenso kritisch: Gläser, die nur mit kaltem Wasser gewaschen oder auf schmutzigen Tüchern getrocknet werden.

Und dann das Olivenöl: Rund die Hälfte der untersuchten Öle aus Restaurants entsprach nicht der angegebenen Qualität. Oft war statt „nativem Olivenöl extra“ eine billigere Mischung in den Karaffen. In einer Stichprobe aus dem Jahr 2016 wurden sogar zwei Öle als „nicht mehr zum Verzehr geeignet“ eingestuft. Es gilt also Vorsicht. Auch heute noch dürfte die Verteilung ähnlich sein, so das HU.

Das könnte Sie auch interessieren: Hamburgs Kontrolleure komplett überlastet: Gammelalarm und rohes Fleisch im Döner

Die Kontrolleure der Bezirksämter nehmen regelmäßig Proben in Gaststätten und Läden. Im Labor des HU werden sie sensorisch, mikrobiologisch und chemisch untersucht. Wenn sich der Verdacht eines Betrugs oder Hygieneverstoßes bestätigt, informieren die Experten die zuständigen Behörden oder – bei Straftaten – die Staatsanwaltschaft.

Ihr Ziel: Verbraucher sollen sich darauf verlassen können, dass das, was auf der Verpackung steht oder offiziell im Restaurant serviert wird, auch tatsächlich drin ist. Denn egal ob Baklava, Bier oder Olivenöl – Ehrlichkeit ist immer noch das beste Rezept. (km)

Im Hamburger Institut für Hygiene und Umwelt (HU) wird geforscht, geprüft und aufgedeckt – mit teils unappetitlichen Ergebnissen. Drei Beispiele: Ob süßes Baklava, frisch gezapftes Bier oder das Olivenöl auf dem Restauranttisch, in allen Bereichen fanden die Prüfer reichlich Anlass zur Beanstandung.