Früher ein Supermarkt, jetzt eine Müllhalde: Wann passiert hier endlich was?
Ziemlich genau zwei Jahre ist es her, dass der Rewe an der Winsener Straße (Wilstorf) recht überraschend geschlossen wurde. Der angekündigte Neubau lässt seitdem auf sich warten, stattdessen sammeln sich rund ums Gebäude der Müll und Autoleichen. Die MOPO hat nachgefragt: Wann kommen endlich die begehrten 300 Wohnungen? Und wieso beseitigt niemand den Müll?
„Neu-Eröffnung im Herbst 2025“ prangte auf Plakaten, als der Rewe-Markt an der viel befahrenen Ausfallstraße im November 2023 unerwartet schloss. Von einem Neubau aber kann bis heute keine Rede sein, denn die Insolvenz des Hamburger Immobilienentwicklers Revitalis kam dazwischen. Der neue Rewe-Markt war Bestandteil eines Wohnungsprojektes mit mehr als 300 Wohnungen plus Geschäften in der Winsener Straße 34 bis 52. Ohne die Wohnungen gab es auch keinen neuen Lebensmittelmarkt.

Seitdem wird das verlassene und nicht abgesperrte Gelände als Müllhalde genutzt. Jede Menge alte Reifen und säckeweise Müll liegen herum. Typisch für Harburg steht auch bereits ein abgemeldetes Schrottauto dort. Und obwohl das Gelände keinesfalls versteckt liegt, sondern täglich tausende Autos vorbeifahren und Fußgänger und Radler unterwegs sind, ändert sich nichts am desolaten Bild der Fläche neben der abgerissenen Tankstelle. Meldet niemand die Zustände? Oder fühlt sich niemand verantwortlich, den Müll zu entsorgen?
Ehemaliger Rewe in Wilstorf: SAGA plant Wohnungen
Tatsächlich hat das Gelände bereits einen neuen Besitzer: Das städtische Wohnungsunternehmen SAGA hat das Wohnungsbauprojekt von Revitalis übernommen. Das ist allerdings auch schon wieder ein ganzes Jahr her. Damals waren bereits die Erschließungsmaßnahmen für 2025 angekündigt worden und ein Baubeginn für 2026. Nicht einmal von der Erschließung ist bis heute etwas zu sehen. Dafür aber viel Müll, den die SAGA nun wohl auf ihre Kosten entsorgen lassen muss.

Auf Nachfrage bei der SAGA gibt es zumindest jetzt Hoffnung, dass dort bald etwas passiert. „Die Beseitigung des dort illegal abgeladenen Mülls ist in Beauftragung und soll zeitnah noch vor dem Beginn der Abbrucharbeiten erfolgen“, sagt SAGA-Sprecher Gunnar Gläser. Der ehemalige Supermarkt soll ab Januar 2026 abgerissen werden. „Konkrete Angaben zum zeitlichen Ablauf können wir aufgrund der noch laufenden Planungsphase zum jetzigen Zeitpunkt nicht machen“, so Gläser.
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Die Winsener Straße (B4) gehört neben der Cuxhavener Straße (B73) zu den zwei zentralen Harburger Hauptstraßen, an denen im Rahmen des Magistralenkonzepts der Stadt Wohnungen geplant werden. Auf der Fläche von Rewe und der Tankstelle nebenan entstehen 306 Wohnungen plus sieben Gewerbeeinheiten, darunter ein Lebensmittelgeschäft. Etwa die Hälfte der Wohnungen entsteht mit staatlichen Fördermitteln und ist mietpreisgebunden, die anderen sind frei finanziert.
Ruhig wohnt es sich an dieser rund um die Uhr viel befahrenen Bundesstraße ganz bestimmt nicht, doch die Wohnungsnot ist groß in Harburg. Auch auf der gegenüberliegenden Straßenseite sollen neue Wohnungen entstehen. Etwa auf dem Gelände des Busbetriebshofs. Die Hochbahn wird umziehen, möglicherweise auf die Gewerbeflächen an der A1-Abfahrt Neuland. Gegenüber dem Hochbahndepot in Wilstorf sind bereits etliche neue Mietshäuser gebaut und vermietet worden.
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