Autofahren für alle auf dem Ohlsdorfer Friedhof? Senat reagiert auf Vorstoß

Schranke Ohlsdorf
An der Kreuzung Mittelallee und Ida-Ehre-Alle auf dem Ohlsdorfer Friedhof verhindert eine Schranke den Durchgangsverkehr (Archivbild).

Mehrere Großbaustellen sorgen rund um den Ohlsdorfer Friedhof für Dauerstau. Die Wandsbeker Koalition (SPD, Grüne, FDP) hatte deshalb angeregt, den Friedhof während der Bauarbeiten wieder für alle Autofahrer freizugeben. Der Vorschlag sorgte für Aufruhr. Jetzt gab es eine deutliche Abfuhr vom Senat.

Der Belastung für die Anwohner:innen der Baustelle sei bereits Rechnung getragen worden, geben die Umweltbehörde und die Hamburger Friedhöfe bekannt. Anlieger hätten Transponder für die Schranken an den Friedhofszufahrten bekommen, die für die Dauer der Baustelle freigeschaltet seien.

Auch die Verkehrsbehörde spricht sich gegen eine ausgedehnte Öffnung des Friedhofs für den Autoverkehr aus. Sie kann hier aber nur beratend tätig werden, weil der Ohlsdorfer Friedhof ein Privatgelände ist.

Schranke verhindert, dass Autofahrer den Ohlsdorfer Friedhof als Abkürzung nutzen

Lutz Rehkopf, Sprecher der Hamburger Friedhöfe, betonte bereits kurz nach dem Vorstoß der Wandsbek-Koalition in der MOPO: „Noch mehr Verkehr verträgt der Friedhof nicht.“

Seit fünf Jahren verhindert eine Schranke, dass Autofahrer den Ohlsdorfer Friedhof als Abkürzung nutzen. Trauergäste werden nach Nennung des Namens der Verstorbenen an einer Freisprechanlage eingelassen. Zuvor gab es häufiger Beschwerden über den Lärm, den die Autos verursachten.

Ohlsdorfer Friedhof: Keine Durchfahrt für alle

„Vor Einrichtung des Schrankensystems auf der Zentralachse des Friedhofs bestanden über 60 Prozent des Straßenverkehrs aus durchfahrenden Personen ohne Friedhofsbezug, also weder Trauergäste noch Grabbesuchende noch Ruhe-Suchende“, schreibt die Umweltbehörde. Das Schrankensystem sei eine „wirksame Lösung“ und verhindere unerwünschte Durchfahrten. Zugelassen sind seither eigentlich nur Besucher von Trauerfeiern, der öffentliche Nahverkehr, die Polizei und die Feuerwehr.

Ohlsdorfer Friedhof
Nur Anwohner und Personen „mit Friedhofsbezug“ dürfen aktuell die Abkürzung über den Ohlsdorfer Friedhof nehmen (Symbolbild).

Doch aktuell gibt es mehrere große Baustellen, die den Verkehr rund um das Friedhofsgelände zum Stocken bringen: Die Bramfelder Chaussee bleibt wegen der Bauarbeiten für die neue U5 noch bis Ende 2026 einspurig. Die Wellingsbütteler Landstraße soll erst Ende 2027 fertig sein. Anwohner dürfen daher aktuell ausnahmsweise die Abkürzung über den Friedhof nehmen. Mit einem Transponder können sie die Schranke öffnen.

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„Würde diese Möglichkeit für jedermann offenstehen, dann würde sich dieser Vorteil ins Gegenteil umkehren“, schreibt die Verkehrsbehörde. Für Verkehrsteilnehmer, die nicht in diesem Quartier wohnen oder zu dem Kreis der Anliegenden gehören, seien „leistungsfähige Umleitungsstrecken ausgeschildert und ertüchtigt worden“.