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Mit Musik vom Rammstein-Rocker: So krass war „Hänsel & Gretel“ noch nie

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Jux und Völlerei: Die Hexe (Björn Meyer, M.) tischt Gretel (Marie Jung) und Hänsel (Kristof van Boven, r.) ordentlich auf.

Foto:

dpa

Altstadt -

Verstoßene Kinder, dunkle Wälder, eine böse Hexe, Kannibalismus und Tötung aus Notwehr: Bei „Hänsel und Gretel“ geht es ganz schön zur Sache. Auch im Thalia-Theater ist die Inszenierung des Märchens der Brüder Grimm kein Kinderspiel. Das estnische Regie-Duo Ene-Liis Semper und Tiit Ojasoo bastelt daraus eine bunte Freak-Show.

Und darüber thront ein echter Fürst der Finsternis! Gruselrocker Till Lindemann hat für das Bühnenspektakel ein halbes Dutzend Songs der Marke „Rammstein light“ geschrieben. Live tritt Lindemann nicht in Erscheinung, doch taucht er in Musikvideo-Einspielern auf und außerdem gleitet er als "Phantom" durch einige Szenen.

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Rammstein-Sänger Till Lindemann ist nur in Einspiel-Filmen zu sehen.

Foto:

dpa

Das ist technisch hervorragend gelöst: Kameramänner zoomen fast die ganze Zeit auf die Schauspieler, die Bilder werden auf eine große Leinwand projiziert - und mit vorproduziertem Material zusammengeschnitten.

Ansonsten konzentriert sich das Stück vor allem auf die Mästung Hänsels (Kristof Van Boven) durch die tuntige Hexe (Björn Meyer). Burger, Torten, Würstchen: Die Akteure schwelgen in Jux und Völlerei. Die gut zweieinhalbstündige Sause ist schrill und bisweilen sehr komisch. 

Allerdings ächzt die Inszenierung unter ihrer eigenen Überladung. Die Lindemann-Beigabe wirkt mit zunehmender Dauer eher wie ein Fremdkörper. Für viele wird die Star-Power aber genau der Grund sein, mal ins Theater zu gehen.

Thalia-Theater: 22.4., 8., 16., 30.5., , Karten 7,50-38 Euro.