Ausflug ab Hamburg: In 90 Minuten staufrei an die Nordsee

Strand Duhnen
Nicht nur ein Schiff wird kommen –am Strand von Döse in Cuxhaven fahren ständig Schiffe vorbei.

Besser geht es nicht: Ein Strandtag an der Nordsee muss nicht in Sankt Peter-Ording oder auf Sylt enden, sondern lässt sich schneller und staufrei umsetzen, wenn das Ziel Cuxhaven heißt. Der Regionalzug fährt jede Stunde ab Harburg – und in nur 90 Minuten ist man direkt an der Küste.

Per Bahn zum Strand

Grünstrand
Gras statt Sand: Der Grünstrand an der Grimmershörner Bucht.

Schon die Fahrt ist ein Erlebnis: Über Buxtehude und Stade durch das Alte Land, vorbei an blühenden Obstbäumen, kommt das Meer schnell näher. Vom Bahnhof in Cuxhaven sind es zwar nur wenige Fußminuten ins Stadtzentrum, aber wer zum Strand möchte, ist – wichtiger Hinweis! – mit einem Fahrrad am besten dran. Cuxhaven ist ziemlich weitläufig und Radfahren macht hier auf den gut ausgebauten und steigungsfreien Wegen viel Spaß. Entweder mit dem in der Bahn mitgenommenen eigenen Rad oder einem – vorab online reservierten – Fahrrad. Das geht gut bei „Mietrad Cuxhaven“ (Präsident-Herwig-Straße 61-64, cuxhaven-mietrad.de).

Treffpunkt „Alte Liebe“

Alte Liebe
Maritimer Treffpunkt. Die Aussichtspattform „Alte Liebe“ in Cuxhaven.

Alle Radwege führen ans Meer. Zuerst radeln wir mal dahin, wo sich nicht nur die Touristen, sondern auch die Schiffe zu Abfahrten nach Helgoland, zu den Seehundbänken oder zu Rundfahrten durch den Hafen sammeln: zur Aussichtsplattform „Alte Liebe“. Die Elbe mündet hier in die Nordsee – 30.000 Schiffe sind hier pro Jahr unterwegs, es handelt sich um eine der am meisten befahrenen Schifffahrtsstraßen der Welt. Wer ganz viel maritimes Flair an einem Ort erleben möchte, ist hier also genau richtig. Gut besucht ist die „Alte Liebe“ auch. Touristen aus aller Welt lassen sich den Nordseewind um die Nase wehen. Wir suchen einen ruhigeren Ort und nehmen den Radweg Richtung Cuxhaven-Döse. Wir radeln immer am Deich entlang erst zum Grünstrand an der Grimmershörner Bucht. Cuxhavens Sandstrand beginnt an der Kugelbake, Niedersachsens nördlichstem Punkt, und endet erst vier Kilometer weiter am Dünenweg im Westen. Pause! Sonne! Meer!

Eine Meile für den Fisch

Fischbörse
Frischen Fisch gibt es in der „Fischbörse“ am Alten Hafen.

Höchste Zeit für einen Imbiss. Natürlich bietet sich da frischer Fisch an. Und den gibt es in großer Auswahl am Alten Hafen. Die Präsident-Herwig-Straße wurde vor kurzem zur neugestalteten Fischmeile. 15 Info-Tafeln informieren über das Leben der Fischer, über den Fischfang und Handel in der Stadt am Meer. Nach dem Essen auf der Sonnenterrasse der „Fischbörse“ lohnt sich ein Abstecher ins Museum „Windstärke 10“, nur ein paar 100 Meter entfernt (geöffnet täglich von 10 bis 18 Uhr). Das Museum ist zum Teil in den alten Fischhallen untergebracht. Zu sehen sind hier nicht nur Schiffswracks, hier können Besucher anhand von Filmen, Hör- und Lichtinszenierungen miterleben, wie hart das Leben auf See früher war und immer noch ist.

Wahrzeichen Wasserturm

Wasserturm
Seit einem Jahr können Urlauber im Wasserturm wohnen. Ein Café im Erdgeschoss für alle Besucher gibt es auch.

Neben den Leuchttürmen, der „Alten Liebe“ und der Kugelbake ist der Cuxhavener Wasserturm ein Wahrzeichen und eine Orientierungshilfe. Der 48 Meter hohe Turm steht seit 1897 mitten in Cuxhaven. Ein Schweizer Ehepaar kaufte und renovierte das markante Gebäude und vermietet seit einem Jahr Ferienwohnungen im Turm. Außerdem gibt es im Erdgeschoss ein kleines Café, das mittwochs bis sonntags von 11.30 bis 16.30 Uhr für alle Besucher geöffnet hat.

Ein Schloss, ein Park, ein Dichter

Ritzebüttel
Das 600 Jahre alte Schloss Ritzebüttel wird als Kulturzentrum genutzt.

Auf dem Rückweg zum Bahnhof radeln wir durch das Lotsenviertel, Cuxhavens historischen Stadtteil mit Seemannskneipen, hübschen Geschäften und renovierten Wohnhäusern. Im Jugendstilgebäude an der Schillerstraße trinken wir im originalerhaltenen, 100 Jahre alten Innenraum von „Krassmanns Kaffee-Insel“ einen Cappuccino und machen uns dann auf den Weg zum Schloss Ritzebüttel. Das liegt nur etwa 500 Meter vom Bahnhof entfernt in einem weitläufigen und sehenswerten Park. Das 600 Jahre alte Bauwerk wird als „Bürgerschloss“ für Kulturveranstaltungsort für Konzerte, Lesungen und Ausstellungen genutzt. Gegenüber gibt es seit 2002 das Ringelnatz-Museum. Was der in Wurzen bei Leipzig geborene Dichter mit Cuxhaven zu tun hat? Ringelnatz war zum Ende des Ersten Weltkriegs als Marinesoldat in Cuxhaven stationiert – damals unter seinem bürgerlichen Namen Hans Gustav Bötticher. Im Museum ist zu erfahren, dass Ringelnatz nicht nur dichtete, sondern auch als Maler aktiv war.

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Sonne getankt, Schiffe gesehen, Fisch gegessen und viel Neues erfahren. Das alles an nur einem Tag – und nur 90 Minuten von Hamburg entfernt.

Besser geht es nicht: Ein Strandtag an der Nordsee muss nicht in Sankt Peter-Ording oder auf Sylt enden, sondern lässt sich schneller und staufrei umsetzen, wenn das Ziel Cuxhaven heißt. Der Regionalzug fährt jede Stunde ab Harburg – und in nur 90 Minuten ist man direkt an der Küste.