Ausfälle, Störungen: Diese Hamburger S-Bahnlinie ist ein einziges Debakel
Ein brennender Stromabnehmer am Montag, ein defekter Zug am Dienstag und technische Störungen am Donnerstag: Die Hamburger S-Bahn hatte diese Woche mit massiven Problemen zu kämpfen. Weil einige Störungen zeitgleich mit den Streikwellen der Hochbahn stattfanden, waren viele Fahrgäste aufgeschmissen. Was ist da los? Die MOPO hat bei der S-Bahn nachgefragt.
Gleich drei S-Bahnen waren am Montag auf freier Strecke nahe des Bahnhofs Diebsteich liegen geblieben, weil ein Stromabnehmer wegen eines Kurzschlusses in Brand geraten war. Die Feuerwehr rückte mit einem Großaufgebot an. Das Feuer erlosch zum Glück selbstständig, aber 115 Passagiere mussten evakuiert werden.
Defekte S-Bahn und technische Störungen
Einen Tag später blieb mitten im morgendlichen Berufsverkehr eine S-Bahn in Barmbek wegen eines Defekts stehen. In der Folge kam es zu Zugausfällen und Verspätungen. Am Donnerstag folgte – erneut im Berufsverkehr – auf der Linie S1 eine Weichenstörung: Fahrgäste mussten auf Ersatzverkehr mit Bussen zwischen Poppenbüttel und Ohlsdorf/Airport umsteigen. Zwischen den verschiedenen technischen Störungen verspäteten sich auch immer wieder Züge wegen „Personen im Gleis” oder eines Polizeieinsatzes.
Angesichts so vieler Störungen in nur einer Woche steigt der Frust bei den Fahrgästen: „Die Bahn fällt praktisch jeden Tag aus“, schreibt ein Leser der MOPO, der täglich auf der S1 von Poppenbüttel in die Innenstadt fährt. Er bemängelt auch fehlende Informationen seitens der Deutschen Bahn.
Tatsächlich ist auch unser HVV-Ticker voll von Störungsmeldungen bei der S-Bahn. Natürlich kann die Bahn in der Regel nichts für Ausfälle durch medizinische Notfälle, aber eben für die meisten technischen Defekte. Was ist da los?
Eine S-Bahnsprecherin bestätigt auf MOPO-Anfrage die Vorfälle. Die Pünktlichkeit der S-Bahnen unterliege „vielen Einflüssen” wie mutwilligen Eingriffen in den Bahnverkehr, Personen im Gleis, der Witterung oder Baustellen.
S-Bahn: „Entspricht nicht unserem Anspruch”
„Besonders die Sperrung der Eisenbahnüberführung Holstenstraße stellt das System vor große Herausforderungen“, so die Sprecherin weiter. „Die erhöhte Taktung der S-Bahnen im Citytunnel und die eingeschränkte Verfügbarkeit der Strecke auf der Verbindungsbahn führen im Falle einer Störung im Citytunnel zu Verspätungen der Züge, die sich schneller auf das gesamte Netz auswirken.”
Der Kommentar zum Thema: Die Hamburger S-Bahn, oder: Problem-Bingo auf Schienen
Warum es vermehrt auch auf der S1 zwischen Poppenbüttel und Ohlsdorf Störungen gibt, beantwortet sie nicht explizit. Eine verspätete oder ausgefallene S-Bahn entspreche aber nicht dem eigenen Anspruch der S-Bahn und bleibe hinter dem Anspruch der Fahrgäste zurück. „Wir wollen die Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit des S-Bahn-Betriebs wieder steigern“, so die Sprecherin.
Zur Reduzierung der Unterbrechungen des S-Bahn-Betriebs durch Personen in oder an den Gleisen werde die Einzäunung der Bahnanlagen weiter vorangetrieben. Um die Infrastruktur nachhaltig zu sichern, seien „zahlreiche bauliche Maßnahmen im Netz der S-Bahn Hamburg geplant“, wie die Erneuerung der Eisenbahnbrücke an der Holstenstraße. Auch die Verbesserung der Fahrgastinformation sei eines der zentralen Fokusthemen. „Wir entschuldigen uns aufrichtig bei unseren Fahrgästen, wenn die Durchsagen an den Bahnsteigen nicht ausreichend waren.“