Hamburg

Aufträge im Hamburger Wohnungsbau brechen ein – dafür boomt eine andere Branche

Mehrfamilienhäuser in Kronsrode hinter einem Baustellenschild im Neubaugebiet Hannover.
Die Hamburger Bauwirtschaft erhält deutlich mehr neue Aufträge. Davon profitiert vor allem der Wirtschaftsbau, während der Wohnungsbau weiter schwächelt.(Symbolbild)

Mehr Aufträge, aber weniger Umsatz – die neuen Zahlen zeichnen ein widersprüchliches Bild der Hamburger Bauwirtschaft. Vor allem eine Branche sticht heraus.

785 Millionen Euro! So hoch war der Wert der Auftragseingänge im Hamburger Bauhauptgewerbe im ersten Quartal 2026 – das entspricht einem Zuwachs von 34,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Den stärksten Zuwachs an Aufträgen verzeichnete der Wirtschaftsbau: Das Auftragsvolumen stieg um 147,9 Prozent auf 560 Millionen Euro.

Im Wohnungsbau zeigt sich nach Informationen des Statistischen Amts für Hamburg und Schleswig-Holstein dagegen ein anderes Bild. Hier brachen die Auftragseingänge um 51,3 Prozent ein. Auch im Straßenbau gingen sie deutlich zurück – um 39,5 Prozent. Preisbereinigt fiel der Rückgang noch stärker aus: Im Wohnungsbau sanken die Auftragszahlen um 52,5 Prozent, im Straßenbau um 41,6 Prozent.

Rückläufige Auftragszahlen im Wohnungs- und Straßenbau

Während sich die Auftragsbücher insgesamt füllen, entwickelte sich der Umsatz im Bauhauptgewerbe hingegen rückläufig. Die größeren Hamburger Baubetriebe erwirtschafteten im ersten Quartal einen baugewerblichen Umsatz von rund 466 Millionen Euro – ein Minus von zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Preisbereinigt betrug der Rückgang sogar 14,3 Prozent.

Lediglich der Wirtschaftsbau konnte seine Umsätze leicht steigern: Sie erhöhten sich um vier Prozent auf rund 219 Millionen Euro. Dagegen verzeichnete insbesondere der Wohnungsbau deutliche Einbußen. Dort sank der baugewerbliche Umsatz um 38,1 Prozent. Im Straßenbau sank er um 18,6 Prozent. Zum Wirtschaftsbau zählen Hoch- und Tiefbaumaßnahmen im Nichtwohnungsbau, die nicht von der öffentlichen Hand beauftragt werden. 

Großaufträge beeinflussen Statistik

Nach Angaben des Statistikamts Nord wurden für die Erhebung 136 Hamburger Betriebe des Bauhauptgewerbes mit mindestens 20 Beschäftigten berücksichtigt. Die Zahl der erfassten Betriebe habe sich gegenüber dem Vorjahr leicht verringert, heißt es von der Behörde.

Nach Angaben des Statistikamts Nord könnten größere Schwankungen bei Umsatz und Auftragseingängen auf die unregelmäßige Abrechnung oder Akquisition von Großaufträgen zurückzuführen sein. 

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