Aufatmen bei Hamburgs Autofahrern: Mega-Baustelle wird verschoben
Eine der wichtigsten Verbindungsstraßen in Altona hat sich vor mehr als eineinhalb Jahren in eine riesige Baustelle verwandelt. Die Straße wird Stück für Stück saniert, Autospuren fallen weg, dafür kommen neue Radwege hinzu. Ab Anfang 2025 stand eigentlich der letzte Abschnitt auf dem Programm, doch dieser muss jetzt erst einmal auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Der Grund dafür liegt tief unter der Erde versteckt – und steht unter Denkmalschutz. Doch es wartet schon die nächste Baustelle.
Denn direkt unter dem südlichen Abschnitt der Max-Brauer-Allee zwischen Bahnhof Altona und der Palmaille verläuft ein Stück des insgesamt 960 Meter langen Schellfischtunnels. Dieser verbindet den östlichen Gleisstrang im Bahnhof Altona mit den unterhalb des Geesthangs an der Elbe gelegenen Gleisanlagen der ehemaligen Altonaer Hafenbahn und dem Altonaer Fischereihafen. 1992 wurde der Tunnel endgültig stillgelegt, seit 2013 steht er unter Denkmalschutz.
Im südlichen Teil der Max-Brauer-Allee befindet sich der Tunnel noch in seinem ursprünglichen historischen Zustand aus dem Baujahr 1847/76 beziehungsweise nach der Verlängerung im Jahr 1893/95. So alt sind übrigens auch die Lagepläne, deshalb ließ die Verkehrsbehörde das gesamte Bauwerk mithilfe eines Laserscans neu vermessen.
Dabei kam heraus: „Großes Straßen-Baugerät könnte durch die Erschütterungen den Tunnel in seiner historischen Beschaffenheit beschädigen“, heißt es aus der Behörde. Für den regulären Verkehr, der sonst drüber fließe, bestehe aber keine Gefahr, betont Sprecher Dennis Krämer.
Um Tunnel nicht zu schädigen: Baustelle muss verschoben werden
Um den Tunnel nicht zu beschädigen, müssten für die Bauarbeiten kleinere Geräte genutzt werden. Dann würde der Abschnitt allerdings nicht wie angedacht im Juni 2025 fertig werden, sondern deutlich später. So würde sich die Baustelle mit der im Frühjahr geplanten Sanierung der nahegelegenen Elbchaussee zwischen Manteuffelstraße und Klopstockstraße überschneiden.
Die Elbchaussee hat für die Behörde in diesem Fall Priorität – denn hier geht es nicht nur um den Neubau der Straße, sondern gleichzeitig um die Sanierung von rund 100 Jahre alten Wasserleitungen. Wie dringend das nötig ist, wurde ersichtlich, als im März dieses Jahres plötzlich Wasser auf die Straße sprudelte: Ein Rohr war gebrochen, die Elbchaussee musste gesperrt werden.
Elbchaussee wird ab Frühjahr 2025 saniert
Die Sanierung des letzten Abschnitts auf der Max-Brauer-Allee muss dafür jetzt erst einmal hinten anstehen, einen neuen Termin gibt es laut Krämer bislang noch nicht. Bis es soweit ist, werde jedoch geprüft, ob nicht schon einmal Übergangsmaßnahmen, wie Piktogramme oder Markierungen, auf die Straße gebracht können, um die Situation für Radfahrer und Fußgänger zu verbessern.
Im bereits fertig sanierten ersten Abschnitt der Max-Brauer-Alee zwischen Eggerstedtstraße und Goetheallee haben Radfahrer in Richtung Holstenstraße seit August eine eigene, erhöhte und vom Autoverkehr getrennte Spur.
Im zweiten Abschnitt von der Goetheallee bis zum Paul-Nevermann-Platz laufen die Bauarbeiten noch bis Anfang 2025. Dort werden die Fahrbahnen und Gehwege instandgesetzt und der Radverkehr erhält auch hier an einigen Stellen bauliche Trennungen sowie rote Markierungen.