Auf Shirts, als Tattoo, als Schmuck: Was hat es mit dem Geheim-Code 269 auf sich?

Teilnehmerin einer Tierschutz-Demo mit einer „269“-Ohrmarke als Schmuck.
Teilnehmerin einer Tierschutz-Demo mit einer „269“-Ohrmarke als Schmuck.

Die Nummer prangt auf T-Shirts, einige Menschen weltweit haben sie sich auf den Arm oder sogar aufs Ohr tätowieren lassen. Und in Frankfurt gibt es ein Restaurant mit den drei Zahlen als Namen. Doch was hat es mit dem Code 269 auf sich?

In knapp vier Wochen jährt sich das Ereignis, das die Zahl 269 weltweit zu einem Symbol werden ließ. Es ist Anfang Oktober 2012, als in der Nähe von Tel Aviv israelische und russische Tierschutz-Aktivisten ein Kalb aus einem landwirtschaftlichen Betrieb illegal befreien und so vor der Schlachtung retten.

Kalb mit Ohrmarken (Symbolbild).
Kalb mit Ohrmarken (Symbolbild).

Das Kalb, das sie Johnny genannt haben sollen, trägt eine Ohrmarke mit der Nummer 269, so die Erzählung. Johnny kommt auf einen Lebenshof für Tiere. Und manchmal sind es die kleinen Geschichten, die große Aufmerksamkeit erfahren. Die Erzählung von Johnny verbreitet sich schnell und erreicht Tierschützer überall auf der Welt.

Wer die Zahlen nicht kennt, fragt, was sie bedeuten

Seitdem prangen die drei Zahlen als eine Art Geheim-Code auf T-Shirts, Caps oder zieren als Tätowierung Arme und Ohren von Tierrechtlern. Wer die Zahlen nicht kennt, fragt, was sie bedeuten – schon ist man mitten im Gespräch: über das Leid der Tiere in der Fleischindustrie und pflanzliche Ernährung. Trotzdem waren die Aktionen der israelischen Aktivisten nicht unumstritten – ihre Aktionen seien zu radikal, wurde damals kritisiert. Zudem gab es verstörende Holocaust-Vergleiche.

Mopo-Autor Frank Wieding sitzt vor einem Teller mit Gras, davor liegen Steine.
MOPO-Autor Frank Wieding isst seit mehr als 40 Jahren kein Fleisch, lebt seit 2017 vegan.

Israel gilt als das veganste Land der Welt. Viele pflanzliche Innovationen kommen von dort. In Frankfurt betreibt Nir Rosenfeld fünf Restaurants – alle mit pflanzlicher Küche, seitdem der in Tel Aviv geborene Gastronom 2017 selbst Veganer wurde. Im Januar gewann er mit seinem „Kuli Alma“ das Koch-Duell „Mein Lokal, dein Lokal“ auf Kabel Eins.

Auch ein Restaurant in Frankfurt trägt die Nummer „269“

Zu seinen Läden gehört auch das „269 – Two Six Nine“ im Frankfurter Westend. Kebab-Spieße, Shakshuka oder Hummus Sabich stehen auf der Karte – bei Google gibt es dafür mit 4,8 als Bewertung fast die Bestnote.

Zur Eröffnung vor etwa eineinhalb Jahren hatte Nir Rosenfeld dem „GenussMagazin Frankfurt“ gesagt: „Es gibt genug Pflanzen, die man essen kann. Das ist unser Motto. Nicht auf Kosten der Tiere, nicht auf Kosten der Menschen, nicht auf Kosten unseres Planeten.“ Seit wenigen Wochen kocht er in seinen Restaurants mit seiner eigenen Fleischalternative „Life Meat“ – entwickelt in Tel Aviv.

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Auch auf Etsy, der Plattform für handgefertigte Produkte, findet man 269: Als Ohrringe in Form einer gelben Kuh-Ohrmarke. Oder Kuhköpfe als Kette mit 269-Gravur – dem Code für das Leben, für die Hoffnung, für Empathie und dafür, dass Tiere keine Nummern, sondern Lebewesen sind.

Die Nummer prangt auf T-Shirts, einige Menschen weltweit haben sie sich auf den Arm oder sogar aufs Ohr tätowieren lassen. Und in Frankfurt gibt es ein Restaurant mit den drei Zahlen als Namen. Doch was hat es mit dem Code 269 auf sich?