Anwohner in Sorge: Hilfe, ein Wildschwein macht unseren Park unsicher
Ein Wildschwein streift durch Meiendorf – direkt an einem Park nahe der Ringstraße, in dem Hunde frei laufen und Kinder morgens zur Schule gehen. Am Sonntagabend alarmiert eine Anwohnerin die Polizei. Ihre Sorge: Wenn das Tier erschrickt, könnte es gefährlich werden.
Gegen 19.20 Uhr geht der Notruf ein. Die Polizei rückt aus. Vor Ort finden die Beamten das Tier nach Angaben der Pressestelle aber nicht mehr.
Hamburg: Wildschwein wird beobachtet
Später wird der Bezirk eingeschaltet. Ein Förster findet das Wildschwein und beobachtet nun, wo es sich aufhält, sagt eine Sprecherin der MOPO am Montag. Den Angaben nach handelt es sich um ein einzelnes Tier. Eine Population im nahegelegenen Volksdorfer Wald sei dem Bezirk nicht bekannt – technisch überwacht und geortet werden Wildschweine nicht.
Dass Wildschweine in Hamburgs Wohngebieten Polizeieinsätze auslösen, ist nicht ganz ungewöhnlich: Erst im Januar 2026 sorgte ein Wildschwein in Osdorf für einen größeren Einsatz. Anwohner meldeten das Tier an einem Sonntagmorgen auf einem Fußweg. Mehrere Streifenwagen rückten aus, später suchte die Polizei sogar mit einer Drohne. Am Ende erlegte ein hinzugezogener Jäger das Tier.
Wildschweine in Wohngebieten entspricht bundesweitem Trend
Dabei wird ein Tier erst dann erlegt, wenn dies zwingend notwendig ist, so ein Sprecher der Umweltbehörde. Etwa um weitere Schäden zu verhindern oder eine akute Gefährdung von Menschen auszuschließen. Die Stadt Hamburg führt zwar keine systematische Erfassung der Wildschweinpopulation. Es lässt sich jedoch ein Anstieg bei der Jagdstrecke, also der von Jägern erlegten Tiere beobachten. Das sei ein Indiz für stabile oder wachsende Bestände, so die Umweltbehörde.
Dass Wildschweine auch in Wohngebieten öfters gesehen werden, enstpreche einem bundesweiten Trend. Denn die Tiere seinen sehr anpassungsfähig und stets auf der Suche nach neuen Nahrungsquellen und Rückzugsmöglichkeiten. Zunehmend auch in urbanen und suburbanen Räumen.
Wildschweine: Deshalb werden sie aggressiv
Wildschweine gelten zwar als eher scheue Tiere, die Menschen in der Regel meiden. Sie können aber gefährlich werden, wenn sie sich bedrängt fühlen, erschrecken oder wenn Hunde ihnen zu nahe kommen. Im Frühling bewachen und verteidigen die weiblichen Tiere, die Bachen, zudem ihre jungen Frischlinge – und können dabei sehr aggressiv gegen vermeintliche Angreifer werden.
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Zu dramatischen Szenen kam es 2010 in Volksdorf. Damals beschäftigten mindestens ein Dutzend Wildschweine die Polizei. Ein Tier wütete in Büroräumen, andere liefen unter anderem im U-Bahnhof Buchenkamp umher. Mehrere Tiere starben.
In Meiendorf dagegen geht es nach Bezirksangaben derzeit um ein einzelnes Wildschwein, nicht um eine Rotte. Für die Anwohner bleibt die Situation dennoch beunruhigend. Der Förster beobachtet nun, wohin sich das Tier bewegt. Und die Umweltbehörde warnt: Wer einem Wildschwein begegnet sollte Ruhe bewahren und sich langsam zurückziehen.