Angst vor invasiver Käferart: Hamburg überwacht Flughafen, Autobahn und Bahnstrecke

Der Japankäfer ist kleiner, als eine Ein-Euro-Münze
Der Japankäfer ist kleiner als eine Ein-Euro-Münze.

Er sieht eigentlich ganz harmlos aus, ist kaum größer als eine Kaffeebohne und am Hals schillert er goldgrün. Doch der Japankäfer kann riesige Schäden anrichten. Deshalb warnt das Landwirtschaftsministerium jetzt davor, ihn versehentlich mit dem Gepäck einzuschleppen. Die Stadt Hamburg kündigt an, die Überwachungsmaßnahmen am Flughafen zu verstärken.

Gute klimatische Bedingungen machen es dem Exoten derzeit leicht, sich in Deutschland auszubreiten. Er schädigt Blätter und Früchte von rund 400 Pflanzenarten – darunter Wein, verschiedene Obstbäume und Rosen. Laut Julius Kühn-Institut (JKI) in Braunschweig wird die invasive Käferart oft unbemerkt mitgeführt, zum Beispiel im Reisegepäck, in der Campingausrüstung oder auf Pflanzen.

Daher warnt das Bundeslandwirtschaftsministerium davor, den unscheinbaren Käfer als blinden Passagier einzuschleppen. Das passiert besonders leicht mit einem Wohnmobil oder in der Campingausrüstung. Urlauber sollten auch möglichst keine Samen, Erde oder Pflanzenteile aus dem Urlaub mitbringen.

Japankäfer frisst sich durch Obstplantagen und Rosen

In Hamburg wurde bislang noch kein Japankäfer nachgewiesen. Die zuständige Wirtschaftsbehörde ist aber alarmiert und vorbereitet. „Da der Japankäfer über den internationalen Reise- und Warenverkehr eingeschleppt werden kann, werden die Überwachungsmaßnahmen am Flughafen, im Bereich der Autobahnen und Bahnstrecken verstärkt“, so Wirtschaftsbehörden-Sprecher Martin Helfrich.

Auch die Straßenbaubehörden seien angehalten, mögliche Sichtungen zu melden. Helfrich: „Hamburg folgt damit einem Amtshilfegesuch des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH), das zur bundesweiten Sensibilisierung aufruft.“

Hamburg ist auf den Japankäfer vorbereitet

Für einen eventuellen Befall in Hamburg wurde frühzeitig ein Notfallplan erarbeitet und beispielsweise Lockstofffallen an unterschiedlichen Standorten im gesamten Stadtbereich aufgestellt, um mögliche Käferfunde frühzeitig zu erkennen und schnell reagieren zu können.

Die Larven des Käfers leben im Boden und schädigen dort Wurzeln. Die erwachsenen Käfer fressen Blätter, Blüten und Früchte von über 400 Pflanzenarten, vom Apfelbaum über Weinreben bis zum Kirschlorbeer.

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Der Japankäfer (Popillia japonica) stammt ursprünglich aus Ostasien und wurde 2014 erstmals auf dem europäischen Festland entdeckt. Seither breitet er sich in Süd- und Mitteleuropa aus; inzwischen gibt es Funde nahe der deutsch-schweizerischen Grenze.

Noch ist er in Deutschland nicht heimisch. In Baden-Württemberg wurden aber bereits erste Tiere nachgewiesen. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) bittet darum, Verdachtsfälle auf einen Befall dem Pflanzenschutzdienst des jeweiligen Bundeslands zu melden.