Angst im Stadtpark: Wieder Angriffe auf Schwule

Stadtpark
Der Stadtpark, im Vordergrund der Stadtparksee (Archivbild).

Beleidigungen, Bedrohungen und ein Angriff mit Pfefferspray: Schon wieder sind Besucher des Stadtparks in Winterhude von Jugendlichen homophob angegangen worden. Im Sommer vergangenen Jahres hatten mehrere ähnliche Vorfälle für Aufsehen gesorgt, wobei die Dunkelziffer noch höher liegen könnte. Die Polizei nimmt das Thema sehr ernst und hat bereits erste Maßnahmen eingeleitet.

Der bislang letzte Vorfall liegt erst wenige Tage zurück: Am Freitagabend wurde ein 36-Jähriger beim Stadtpark nahe des Südrings/ Otto-Wels-Straße gegen 21.15 Uhr angesprochen. Die etwa sechs Jugendlichen im Alter von 15 bis 18 Jahren sollen den Mann homophob beleidigt haben. Plötzlich sprühten sie ihm Pfefferspray ins Gesicht und flüchteten in Richtung des Blindengartens.

Nach Angriff im Stadtpark ermittelt der Staatsschutz

Der 36-Jährige musste vor Ort von einem Rettungswagen medizinisch versorgt werden. Die sofort eingeleitete Fahndung mit mehreren Streifenwagen und Zivilfahndern blieb erfolglos. Da es sich um einen Fall mutmaßlicher Hasskriminalität handelt, ermittelt nun der Staatsschutz.

Der Polizei sind zwei weitere Fälle aus dem März bekannt, bei denen Menschen im Stadtpark homophob beleidigt oder bedroht worden waren. „Wir nehmen solche Fälle sehr ernst, deshalb haben wir nach dem Bekanntwerden dieser, gerade auch mit Blick auf die Vorkommnisse aus dem letzten Jahr, unverzüglich unsere Präsenzmaßnahmen im Stadtpark intensiviert“, sagt ein Sprecher der Polizei auf MOPO-Anfrage.

Im Sommer 2024 kam es im Stadtpark im Bereich des Blindengartens sechs Mal zu homophoben Beleidigungen und Bedrohungen durch Jugendgruppen. In einem Fall wurden zwei Frauen von Jugendlichen angesprochen, homophob beleidigt und ihnen zwischen die Beine getreten.

Hamburger Polizei sucht Zeugen

„Ob es sich um dieselben Täter wie im vergangenen Jahr handelt, kann derzeit noch nicht gesagt werden. Anhaltspunkte dafür liegen bislang nicht vor.“, so der Polizeisprecher weiter. Inzwischen konnten in vier der Verfahren aus 2024 Täter ermittelt werden. Sämtliche Verfahren sind nun an die Staatsanwaltschaft übergeben worden.

Die Dunkelziffer könnte jedoch auch in diesem Jahr höher sein. In einem queeren Szene-Forum gibt es zum Beispiel aktuelle Berichte aus dem April, in denen ebenfalls von einer Jugendgruppe die Rede ist, die Menschen in diesem Bereich des Stadtparks beleidigt und mit Stöcken beworfen haben soll.

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Die Polizei weist darauf hin, dass es spezielle Ansprechpartner für die queere Community gibt, mehr dazu unter https://www.polizei.hamburg/lsbti-791442 . Außerdem werden Zeugen des Vorfalls am Freitag gebeten, sich beim Hinweistelefon der Polizei unter (040) 4286-56789 oder bei einer Wache zu melden.

Beleidigungen, Bedrohungen und ein Angriff mit Pfefferspray: Schon wieder sind Besucher des Stadtparks in Winterhude von Jugendlichen homophob angegangen worden. Im Sommer vergangenen Jahres hatten mehrere ähnliche Vorfälle für Aufsehen gesorgt, wobei die Dunkelziffer noch höher liegen könnte. Die Polizei nimmt das Thema sehr ernst und hat bereits erste Maßnahmen eingeleitet.