An diesen Hamburger Schulen fällt am meisten Unterricht aus

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Neue Zahlen zeigen, wie oft der Unterricht in Hamburg ausfällt.

Fast jede zehnte Unterrichtsstunde fällt in Hamburg aus oder muss vertreten werden. Das zeigt die Antwort des Senats auf eine Kleine Anfrage der Linken. Besonders betroffen sind die Stadtteilschulen. Welche Schulen es am härtesten trifft, lesen Sie hier.

Rund elf Millionen Unterrichtsstunden sollte es im vergangenen Schuljahr 2024/25 an Hamburgs Schulen geben. Eine aktuelle Auswertung zeigt aber: Tatsächlich musste bei 9,4 Prozent – also fast jeder zehnten Stunde – umgeplant werden. 1,51 Prozent sind ersatzlos ausgefallen. 7,87 Prozent der Stunden wurden durch Vertretungen aufgefangen. Das geht aus der Senatsantwort auf eine Anfrage der Linken-Abgeordneten Sabine Ritter hervor.

Hamburgs Schulen: Hier fällt am meisten Unterricht aus

Am stärksten betroffen war die Lessing-Stadtteilschule in Wilstorf: Dort fielen 6,66 Prozent des Unterrichts ersatzlos aus. Es folgen die Stadtteilschule Poppenbüttel (5,97 Prozent), die Elisabeth-Lange-Schule in Eißendorf (Stadtteilschule, 5,60 Prozent), das Gymnasium Heidberg in Langenhorn (5,04 Prozent) und die Stadtteilschule Bergedorf (4,98 Prozent).

Der Eindruck aus dieser Auflistung täuscht nicht: Stadtteilschulen schneiden im Vergleich der Schulformen am schlechtesten ab. Die durchschnittliche Ausfallquote liegt bei 2,56 Prozent. In Gymnasien beträgt sie 1,67 Prozent, an Sonderschulen 0,56 Prozent. Am besten stehen die Grundschulen da: Nur 0,24 Prozent der Stunden fielen ersatzlos aus – an mehr als der Hälfte sogar gar keine.

An diesen Schulen fiel am meisten Unterricht aus:

Grundschulen:

  • Grundschule An der Haake – 4,75 %
  • Schule Grumbrechtstraße – 4,01 %
  • Schule Kamminer Straße – 3,07 %
  • Schule Rönnkamp – 2,36 %
  • Grundschule Heidhorst – 2,17 %

Stadtteilschulen:

  • Lessing-Stadtteilschule – 6,66 %
  • Stadtteilschule Poppenbüttel – 5,97 %
  • Elisabeth-Lange-Schule – 5,60 %
  • Stadtteilschule Bergedorf – 4,98 %
  • Stadtteilschule Hamburg Mitte – 4,93 %

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Gymnasien:

  • Gymnasium Heidberg – 5,04 %
  • Gymnasium Oberalster – 3,73 %
  • Goethe Gymnasium – 3,71 %
  • Gymnasium Alstertal – 3,62 %
  • Deutsch-Französisches Gymnasium – 3,33 %

Sonderschulen:

• ReBBZ Wandsbek-Süd – 3,18 %

• Schule Tegelweg – 2,24 %

• ReBBZ Altona-West – 1,98 %

• ReBBZ Mitte – 1,89 %

• ReBBZ Nord – 1,23 %

Hamburger Schulen: So läuft es mit den Vertretungen

Oft konnten Schulen Ausfälle mit Vertretungen auffangen. Dafür gibt es derzeit 507 Lehrerstellen als sogenannte Vertretungsreserve, erklärt der Senat – diese Lehrer springen kurzfristig ein, wenn Kollegen krank werden. Zudem habe jeder vollzeitbeschäftigte Lehrer eine Wochenstunde für Vertretungen im Zeitkontingent. Allerdings arbeitet weniger als die Hälfte dieser Lehrkräfte in Vollzeit – das schmälert die Reserve.

Die meisten Vertretungen gab es an der Grundschule An der Glinder Au in Billstedt (16,86 Prozent). Auch an der Grundschule Osterbrook in Hamm (16,01 Prozent), der Ida Ehre Schule in Harvestehude (Stadtteilschule, 14,32 Prozent), am Campus Zweiter Bildungsweg in St. Georg (13,86 Prozent) und der Grundschule Beim Pachthof in Horn (13,81 Prozent) mussten viele Stunden vertreten werden. Besonders viel vertreten wurde an Stadtteilschulen und Grundschulen, am wenigsten an Sonderschulen.

An diesen Schulen gab es am meisten Vertretungen:

Grundschulen:

• Schule An der Glinder Au – 16,86 %

• Grundschule Osterbrook – 16,01 %

• Schule Beim Pachthof – 13,81 %

• Schule Charlottenburger Straße – 13,78 %

• Ganztagsschule Fährstraße – 13,73 %

Stadtteilschulen:

• Ida-Ehre-Schule – 14,32 %

• Esther-Bejarano-Schule – 13,62 %

• Gyula-Trebitsch-Schule Tonndorf – 13,06 %

• Stadtteilschule Horn – 11,33 %

• Stadtteilschule am Heidberg – 10,85 %

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Gymnasien:

  • Campus Zweiter Bildungsweg – 13,86 %
  • Walddörfer-Gymnasium – 13,52 %
  • Gymnasium Marienthal – 11,43 %
  • Gymnasium Ohmoor – 11,33 %
  • Heisenberg-Gymnasium – 11,14 %

Sonderschulen:

  • Schule Paracelsusstraße – 12,66 %
  • Schule Kielkamp – 11,74 %
  • ReBBZ Altona-West – 10,89 %
  • ReBBZ Bergedorf – 10,23 %
  • Schule Weidemoor – 8,99 %

Stadtteilschulen: Darum ist es hier besonders knifflig

Die Zahlen zeigen: Im Vergleich zum Vorjahr bleibt die Lage stabil und den Hamburger Schulen gelingt es, Ausfälle größtenteils abzufedern. Doch das Problem trifft Schulen ungleich hart. Denn auffällig ist: Die meisten Ausfälle gibt es an den Stadtteilschulen – dabei ist der Krankenstand der Lehrer dort gar nicht am höchsten. An Grund- und Sonderschulen waren mehr Lehrer krank. Wieso trifft es Stadtteilschulen trotzdem am härtesten?

Die MOPO hat die Schulbehörde gefragt. Eine Sprecherin erklärt, dass Stadtteilschulen eine besonders anspruchsvolle pädagogische Arbeit leisteten: „Sie unterrichten sehr heterogene, teilweise herausfordernde Lerngruppen und sind damit in besonderer Weise auf individuelle Förderung und vielfältige Bildungswege ausgerichtet.”

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Klassenzusammenlegungen, um Unterricht wie an Grundschulen zu vertreten, seien keine geeignete Lösung. „Die Lerngruppen sind größer und fachlich vielfältiger, sodass eine Lehrkraft nicht einfach zwei Klassen gleichzeitig betreuen kann. In solchen Fällen wird der Unterricht oft anders organisiert, zum Beispiel durch selbstständiges Arbeiten mit vorbereiteten Aufgaben.” Das werde in der Statistik aber als ersatzloser Ausfall erfasst. Auch auf fachfremden Vertretungsunterricht werde hier häufiger verzichtet.

Linke: Stundenausfall nicht einfach hinnehmen!

„Ich kann nachvollziehen, dass es schwieriger ist, den Unterricht an den Stadtteilschulen zu vertreten”, sagt dazu Sabine Ritter (Linke). „Man kann den Stundenausfall deshalb aber nicht einfach hinnehmen, sondern muss bei den Kapazitäten nachsteuern. Wir brauchen mehr qualifiziertes Personal an den Stadtteilschulen.“ Gerade an den Stadtteilschulen gebe es besondere Herausforderungen in Bereichen wie Inklusion oder Schulabsentismus. „Lehrer hier bräuchten eigentlich mehr Unterstützung, drohen aber im Regen stehen gelassen zu werden.“

Die Behörde betont, die neue Vertretungsrichtlinie und zunehmende digitale Möglichkeiten würden künftig helfen, Ausfälle noch besser zu kompensieren. Ob das reicht, wird sich zeigen.