Amtsenthebung, Strafanzeige: Schlammschlacht bei den Betreibern des Bunkerhotels

Bunker
Spektakulärer Standort für ein Hotel: In den oberen Etagen des Hochbunkers an der Feldstraße befindet sich seit 2024 das Hotel „Reverb by Hard Rock“.

Es ist bei Weitem nicht das luxuriöseste deutsche Hotel, mit Sicherheit aber eines der spektakulärsten: Das „Reverb by Hard Rock“ in den oberen Etagen des Grünen Bunkers an der Feldstraße auf St. Pauli. Wo gibt es so was schon? Eine Luxusherberge mit 134 Zimmern hoch oben auf einem Weltkriegshochbunker! Nun aber wird die Begeisterung getrübt: Denn in der Führungsetage der Hamburger Hotelbetreiber-Firma RIMC hängt der Haussegen schief. Chef Marek N. Riegger und ein Mann, der noch bis vor kurzem sein Geschäftspartner war, liefern sich eine regelrechte Schlammschlacht.

Von Anfang an hat das Bunker-Hotel unter keinem guten Stern gestanden. Die Eröffnung verzögerte sich, das Hotel-Management wechselte innerhalb kürzester Zeit mehrfach und mit der Hotel-Gastronomie läuft es auch nicht rund: Das Restaurant „Karo & Paul“ scheint mehr geschlossen als geöffnet zu sein – dort finden fast ausschließlich geschlossene Veranstaltungen statt.

RIMC-Boss erstattet gegen Ex-Geschäftspartner Strafanzeige: Urkundenfälschung und Untreue

Die schlechten Nachrichten reißen nicht ab: Nun wird bekannt, dass in der Hotelbetreibergesellschaft, der Hamburger Firma RIMC, seit Mitte vergangenen Jahres eine Schlammschlacht zwischen den Gesellschaftern tobt. Nach MOPO-Informationen hat die RIMC, die vom Hamburger Unternehmer Marek N. Riegger geführt wird und die europaweit etliche Hotels betreibt, Strafanzeige wegen Urkundenfälschung und Untreue erstattet. Umgekehrt liegt aber auch gegen Riegger eine Strafanzeige vor, wie die Hamburger Staatsanwaltschaft der MOPO bestätigt.

RIMC
Marek N. Riegger (l.), Geschäftsführer der RIMC Hotels & Resorts, spricht während einer Pressekonferenz im begrünten Hochbunker St. Pauli auf dem Heiligengeistfeld.

Die RIMC äußert sich zu dem Vorgang so: Einer ihrer Gesellschafter sei „seines Geschäftsführeramts enthoben“ worden. „In diesem Zusammenhang mussten wir uns auch von weiteren Mitarbeitenden trennen. Wegen des Verdachts gravierender Manipulationen in unserem Unternehmen waren wir gezwungen, Strafantrag gegen Dritte zu stellen.“

Als wären das nicht schon genug schlechte Nachrichten, wird nun auch noch bekannt, dass RIMC den Betrieb etlicher Hotels einstellen wird bzw. bereits eingestellt hat, was das Unternehmen gegenüber der MOPO allerdings als „völlig normalen Vorgang“ bezeichnet.

RIMC verliert sieben Hotels in ganz Europa – wirklich nur ein „völlig normaler Vorgang“?

Insgesamt geht es um sieben Häuser. Bei drei Nobelhotels im niederbayerischen Bad Griesbach („Fürstenhof“, „Maximilian“, „Das Ludwig“) meldete die Betreibergesellschaft, eine RIMC-Tochter, kurz vor Weihnachten Insolvenz an. Bereits im September wurde in Wien das „Choice Quality Hotel“ angeblich „im Einvernehmen“ an den Eigentümer zurückgegeben. Im ersten Quartal 2025 gibt die RIMC den Betrieb des „Sheraton“ im hessischen Offenbach und des „Andersia Hotels“ im polnischen Posen auf. Auch in Liverpool beendet die RIMC ihr Engagement: Das dortige Hotel „30 James Street“, erst Anfang Mai 2023 gekauft, soll wieder veräußert werden, wie RIMC der MOPO bestätigt.

Bunkerhotel
Blick aus der Hotellobby des Bunker-Hotels auf St. Pauli.

Betroffen ist schließlich auch noch ein Hotel in der Obersteiermark: Dort wirft der Eigentümer des Hotels „Spirodom Admont“ der RIMC-Betreibergesellschaft vor, Pacht schuldig geblieben zu sein. RIMC bestätigt, dass es am 3. Februar deshalb einen Gerichtstermin geben wird, darüber hinaus wollte das Unternehmen dazu keine Stellung nehmen.

RIMC-Boss spricht von Verleumdungskampagne: „Ziel ist es, uns zu schaden“

RIMC sieht sich als Opfer einer Rufmordkampagne: „Uns erreichten in den vergangenen Tagen seitens der Medien vermehrt Anfragen zu verschiedenen unserer Hotelprojekte. Der Verdacht liege nahe, dass aus dem Kreis ehemaliger Geschäftspartner „Interna weitergegeben wurden, die der Vertraulichkeit unterliegen“. Augenscheinlich sei es das Ziel, der RIMC zu schaden.

Auch die auffallend vielen schlechten Kommentare auf dem Online-Portal Kununu – dort können Mitarbeiter ihre Arbeitgeber bewerten – seien Teil dieser Verleumdungskampagne, so RIMC. Auf der Seite sind vernichtende Äußerungen zu lesen – etwa darüber, dass Handwerker und Lieferanten nicht bezahlt würden und das Betriebsklima schlecht sei. Auf die Frage der MOPO, wie denn die Lage im Bunker-Hotel ist und ob auch dort Ungemach drohe, antwortete RIMC: „Wir verstehen nicht, wie Sie darauf kommen. Weder schulden wir Pachten, noch ist mit einer Insolvenz zu rechnen.“