Alstereisvergnügen in Hamburg? Das sagt die Umweltbehörde dazu
Hamburg bibbert bei eisigen Minusgraden, ein Ende ist bis jetzt nicht abzusehen – Spaß macht das nicht. Aber lässt die Kälte die Alster vielleicht so stark zufrieren, dass es nach vielen Jahren mal wieder ein Alstereisvergnügen gibt? Die Umweltbehörde ist skeptisch.
„Aktuell ist nicht davon auszugehen, dass die Voraussetzungen für ein Alstereisvergnügen in diesem Jahr gegeben sein werden“, sagte ein Sprecher.
Zuletzt wurde die Außenalster vor fast 14 Jahren freigegeben – im Februar 2012. Damals strömten Tausende aufs Eis. Damit die Fläche zehntausende Menschen gleichzeitig sicher tragen kann, ist laut Behörde eine durchgehende Kerneisdicke von mindestens 20 Zentimetern nötig.
Die Eisschicht wächst nach Angaben der Behörde selbst bei Kälte nur langsam: Bei dauerhaft minus zehn Grad nimmt die Dicke etwa um einen Zentimeter pro Tag zu – vorausgesetzt, keine isolierende Schneeschicht liegt auf dem Eis.
Weitere Schneefälle in Norddeutschland erwartet
Doch die Temperaturen sollen vorübergehend milder werden, und für die kommenden Tage erwarten Meteorologen weitere Schneefälle in Norddeutschland. Am Freitag rechnet der Deutsche Wetterdienst verbreitet mit fünf bis zehn Zentimetern Neuschnee, regional mit bis zu 15 Zentimetern. Minusgrade werden vielerorts weiterhin erwartet.
Hinzu kommt: Weil die Alster ein fließendes Gewässer ist, ist die Eisdicke ungleichmäßig. Unter Brücken, an Einleitungen oder durch Strömungen bleibt das Eis oft gefährlich dünn, auch wenn es an der Oberfläche stabil wirkt. „Eine Freigabe kann daher erst nach umfangreichen Kernbohrungen und einer positiven Gesamtbeurteilung der Tragfähigkeit erfolgen.“
Alstereisvergnügen: 1985 sogar an drei Wochenenden
Mit Blick auf die prognostizierte klimabedingte Erwärmung sinkt zudem die Wahrscheinlichkeit wochenlanger Frostperioden, die für ausreichendes Eiswachstum nötig wären. „Eiswinter“ – Tage, an denen die Höchsttemperatur unter null Grad liegt – wird es in Hamburg nach Einschätzung der Behörde seltener geben.
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In früheren Jahren wurde die Außenalster immer wieder freigegeben, wenn das Eis dick genug war: zuletzt 2012, davor 1997, 1996, 1991, 1986, 1985 und 1979. 1985 war die Außenalster sogar an drei Wochenenden geöffnet. Die Behörde warnt dennoch eindringlich: Das Betreten von Eisflächen auf Hamburger Gewässern kann lebensgefährlich sein – das Eis sei dünn und brüchig. (dpa/mp)
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