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Also doch nichts mit Fahrradstadt Hamburg?: Sie radeln – aber der Rest leider nicht

Sie werben für die Fahrradstadt: Michael Otremba (Hamburg Marketing, v. l.), Bürgermeister Peter Tschentscher, Grünen-Fraktionschef Anjes Tjarks und Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne)

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WITTERS

Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) legen nahe, dass der Trend zum eigenen Auto in Hamburg ungebrochen ist. Am 1. Januar 2018 waren in Hamburg noch 783 255 Pkw registriert, ein Jahr später waren es schon 794 618. Also doch nix mit Fahrradstadt? Bei genauerem Hinsehen wird deutlich: Pro 1000 Einwohner sank die Zahl der Pkw.

In der Hansestadt geht es viel um die Verkehrswende. Car-Sharing, Förderung des Radverkehrs und des ÖPNV – seit Neuestem haben die Grünen nun auch noch die Belange der Fußgänger als Wahlkampfthema entdeckt. Gleichzeitig wird über Feinstaub und Diesel-Fahrverbote diskutiert.

Die eingangs genannten Zahlen zeigen: Unter dem Strich gibt es in Hamburg nun mehr als 11 000 Pkw mehr. Auch die Zahl der registrierten Lkw nahm zu: von 56 640 auf 58 821. Motorräder blieben nahezu auf dem gleichen Level (von 52 253 auf 53 264). Besonders bemerkenswert: die geringe Zahl an E-Autos. Trotz des vermeintlichen Trends gibt es in ganz Hamburg nur 2531 Pkw mit reinem E-Antrieb und 9350 mit Hybridantrieb. Dies hatte eine Senatsanfrage von Dennis Thering (CDU) ergeben.

Seine Partei fordert nun auch eine „echte grüne Welle“ vom Senat bis Ende 2020. Ampeln sollen automatisch auf die Verkehrslage reagieren, zudem Signale an die Pkw senden, wann das Licht auf Grün springt. Der Senat indes betonte, dass die meisten Ampeln bereits auf die Verkehrslage reagierten.

Und was ist nun mit dem Trend weg vom Auto? Legt man die gestiegene Bevölkerungszahl zugrunde, wird deutlich: Während 2018 pro 1000 Einwohnern noch 438 Pkw gemeldet waren, waren es Anfang 2019 noch 434. Ein leichter Rückgang also. In Berlin etwa sind es nur 335. Und die Verkehrslage in Hamburg erfordert unbedingt weitere Maßnahmen. Knapp 800 000 Autos sind eben kein Pappenstiel.