„Alles versucht und verloren“: Hamburger Institution endgültig dicht

Ein Eck-Lokal im Retro-Stil
Das „Funk-Eck“ gibt es bereits seit 1950. Es wird mittlerweile in dritter Generation geführt. (Archivbild)

Feine Torten und prominente Gäste – das Traditionslokal „Funk-Eck“ in Harvestehude muss seine Türen für immer schließen. Der Familienbetrieb in dritter Generation war eine echte Institution in Hamburg, mit zahlreichen Stammgästen. Doch auch ein Spendenaufruf konnte den angeschlagenen Betrieb nicht mehr retten. Am Sonntag war das „Funk-Eck“ zum letzten Mal geöffnet – die Betreiber verabschieden sich mit emotionalen Worten.

„In Hamburg sagt man Tschüss. Nach 75 Jahren müssen wir leider am Sonntag die Türen unseres geliebten Funk-Ecks schließen“, teilte das Team des „Funk-Eck“ an der Rothenbaumchaussee kurzfristig mit. „Die Lichter gehen aus, aber die Erinnerungen leuchten weiter in unseren Herzen.“ Die Kaffeehaus-Chefin Alexa Grau und Seniorchefin Angelika Besch bedanken sich in ihrem Beitrag für „so viele wundervolle Begegnungen, wertvolle Bekanntschaften, liebevolle Gäste“.

Für sie seien es keine Mitarbeiter, sondern eine erweiterte Familie, die immer zusammengehalten habe: „Wir haben alles versucht und doch verloren. Aber wir sind dankbar für 75 Jahre und wollen am Sonntag noch ein letztes Mal gemeinsam anstoßen und den Kuchentresen leeren.“ Von 10 bis 18 Uhr können die Hamburger ein letztes Mal das nostalgische Ambiente und die selbstgebackenen Torten im „Funk-Eck“ erleben und genießen.

Funk-Eck: Das Ende eines Hamburger Traditionsladens

Zuvor hatten die Chefinnen einiges unternommen, um das Lokal aus der Krise zu holen. Die Nachwirkungen von Corona, die Erhöhung der Mehrwertsteuer zurück auf 19 Prozent, eine fünfstellige Nachzahlung für Energiekosten sowie die Inflation machten dem „Funk-Eck“ zu schaffen. Im Oktober vergangenen Jahres mussten die Betreiberinnen Insolvenz anmelden. Im November riefen sie eine Spendenkampagne ins Leben, um das Kaffeehaus zu retten.

Das „Funk-Eck“ an der Rothenbaumchaussee in Hamburg.
Das „Funk-Eck“ an der Rothenbaumchaussee in Hamburg.

Daraufhin meldeten sich viele besorgte Stammgäste – darunter auch Prominente. Und von denen gibt und gab es hier viele: Musiker Udo Jürgens, Hamburg-Legende Heidi Kabel oder Moderator Carlo von Tiedemann waren hier. „Scooter“-Frontmann H.P. Baxxter oder ESC-Legende Peter Urban gingen seit Jahrzehnten im „Funk-Eck“ ein und aus.

Doch am Ende nützte alles nichts: Die Rettung des „Funk-Eck“ war gescheitert. Potenzielle Investoren sollen sich am Ende doch nicht zur Übernahme bereit erklärt haben. Daher gab es auch für die Mitarbeiter erst am Donnerstag eine sehr kurzfristige Mitteilung, dass Sonntagabend Schluss ist.

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In den Sozialen Medien verabschieden sich viele Gäste emotional: „Das Funk-Eck hat mich über 30 Jahre begleitet. Ob das Frühstück nach einer durchgefeierten Nacht, der Sekt zum Mut schöpfen vor meiner kirchlichen Trauung, oder das Essen zur Einschulung meines Sohnes…..Es gab immer Anlässe die mich in das Fuck-Eck geführt haben und ich habe alle immer außerordentlich genossen“, schreibt ein Nutzer. „Ich bin untröstlich. In den 70ern hat mein Opa immer den legendären Butterkuchen zum Kaffee im Funk-Eck geholt“, sagt eine andere Nutzerin.