Alkoholverbot beim HVV: Wo die meisten Sünder erwischt wurden
Das Alkoholverbot im Hamburger Nahverkehr wird weiter konsequent kontrolliert – und die Zahl der Verfehlungen steigt: Im zweiten Halbjahr 2025 haben Sicherheitsdienste und Verkehrsunternehmen deutlich häufiger eingegriffen. Vor allem in S- und U-Bahnen kam es zu tausenden Verstößen, gleichzeitig flossen zehntausende Euro an Bußgeldern in die Stadtkasse. Doch ein erheblicher Teil der Strafen konnte nicht eingetrieben werden.
Laut einer Schriftlichen Kleinen Anfrage der CDU an den Senat wurden im zweiten Halbjahr 2025 insgesamt 3780 Verstöße gegen das Alkoholkonsumverbot im Hamburger Nahverkehr registriert. Gefragt wurde nach den registrierten Fällen im HVV, die Antworten sind aber auf Grundlage von Auskünften der AKN Eisenbahn GmbH (AKN), der Hamburger Hochbahn AG (HOCHBAHN), der S-Bahn Hamburg GmbH (S-Bahn) und der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein GmbH (VHH) erfolgt.
Alkohol im Nahverkehr: Meiste Sünder in der S-Bahn
Besonders häufig traf es demnach Fahrgäste bei der S-Bahn, wo 2758 Verstöße aufgenommen wurden. Bei der Hochbahn (U-Bahn und Busse) wurden 928 Fälle gezählt, bei der AKN weitere 94. Die Zahlen zeigen klar: Dort, wo besonders viele Menschen unterwegs sind, wird auch am häufigsten gegen das Verbot verstoßen.
Die Verstöße blieben nicht folgenlos. Allein im zweiten Halbjahr 2025 nahm die Stadt 63.615 Euro an Bußgeldern wegen Alkoholkonsums ein. Meist handelt es sich um Verwarn- oder Bußgelder im unteren zweistelligen Bereich, hinzu kommen in vielen Fällen Platzverweise oder Beförderungsausschlüsse.
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Ziel der Kontrollen ist laut Senat vor allem, Konflikte zu reduzieren und das Sicherheitsgefühl in Bussen und Bahnen zu erhöhen. Dafür wurde das Sicherheits- und Prüfpersonal – umgerechnet auf Vollzeitstellen – seit 2020 deutlich aufgestockt: von 580 auf mehr als 700.
Allerdings zeigt die Statistik auch eine andere Seite: 2172 Forderungen konnten im zweiten Halbjahr 2025 nicht eingetrieben werden – etwa weil Betroffene zahlungsunfähig waren oder nicht ermittelt werden konnten. Dadurch entgingen der Stadt Einnahmen in Höhe von 88.555 Euro, deutlich mehr als tatsächlich eingenommen wurde. (rei)
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