Aktuelles Städte-Ranking: Ernüchterndes Ergebnis für Hamburg
Maues Ergebnis für Hamburg in einem neuen Städte-Ranking: Beim Wirtschafts-Niveau kommt die Millionen-Metropole nur auf Platz zehn der 71 größten deutschen Städte. Beim Vergleich der Infrastruktur reicht es sogar nur für Platz 35.
Die Studie stammt vom Kölner Beratungsunternehmen IW Consult, einer Tochter des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Auftraggeber sind das Magazin „Wirtschaftswoche“ und das Immobilienportal ImmoScout24.
Hamburg im Niveau-Ranking nur auf Platz zehn
Für das Ranking hat IW Consult alle 71 kreisfreien Städte Deutschlands mit mehr als 100.000 Einwohner:innen in drei Bereichen untersucht: Das Niveau misst die aktuelle Wirtschaftskraft, die Dynamik zeigt die Entwicklung der vergangenen fünf Jahre – und der neue Infrastrukturindex bewertet Forschung, Verkehr, Bildung, Digitalisierung und Klima-Anpassung.

Die WochenMOPO – ab Freitag neu und überall, wo es Zeitungen gibt!
Diese Woche u.a. mit diesen Themen:
- Absturz eines Menschenfängers: Der HSV und die Causa Kuntz
- Der Kampf um Olympia: Der Fakten-Check
- „Wir waren Crash-Kids“: In den 90ern kriminell. Heute?
- Strategie-Wechsel im Block-Prozess: Für den Familienanwalt wird’s eng
- Große Rätselbeilage: Knobelspaß für jeden Tag
- 16 Seiten Sport: St. Pauli sucht Irvine-Ersatz
- 28 Seiten Plan 7: Dick Brave steuert auf Hamburg zu! Plus: Ausgeh-Tipps für jeden Tag
Das ernüchternde Ergebnis: Hamburg – für die meisten seiner Bewohner die schönste und lebenswerteste Stadt Deutschlands, wenn nicht der ganzen Welt – landet im Niveau-Ranking nur auf Platz zehn. Im Dynamik-Vergleich steht die Elb-Metropole auf Platz neun – und im Infrastruktur-Ranking auf Platz 35 von 71.
Das Wirtschafts-Niveau Hamburgs wurde anhand von vier Indikatoren ermittelt. Einer ist der Immobilienmarkt. Er errechnet sich aus Einzelindikatoren wie den durchschnittlichen Miet- und Kaufpreisen und der Vermittlungsdauer von Mietwohnungen. Hier steht Hamburg bundesweit auf Rang zwölf (der erste Platz geht an München).
Hamburgs Wirtschaftsstruktur auf Platz acht
Auch der Arbeitsmarkt spielt eine Rolle für das Wirtschafts-Niveau. Teilindikatoren sind unter anderem Jugendarbeitslosigkeit und die Zahl der Bürgergeldempfänger. Hamburgs Jobmarkt landet der Studie zufolge auf Platz 17 (Rang eins auch hier: München).

Zur Errechnung der Wirtschaftsstruktur haben die Forscher unter anderem das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner herangezogen. Auch die sogenannte gemeindliche Steuerkraft, eine Kenngröße zur Beurteilung der finanziellen Stärke einer Stadt oder Gemeinde, ist eingeflossen. Hier kommt Hamburg auf Rang acht (auf dem ersten Platz steht Stuttgart).
Hamburgs Infrastruktur gerade mal mittelmäßig
Der Infrastrukturindex ist vor dem Hintergrund des Sondervermögens Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK) entstanden. Er analysiert den aktuellen Zustand der Infrastruktur in den Bereichen Forschung, Verkehr, Bildung, Digitales und Klima. Das sind laut IW Consult die strukturellen Rahmenbedingungen für wirtschaftliche Entwicklung und Lebensqualität.
Hier liegt Hamburg fast überall im Mittelfeld, bei den Indikator-Bereichen Verkehr, Klima und Bildung sogar im unteren Mittelfeld. Ein Beispiel: Unter Klima ist unter anderem die installierte Solarleistung in Kilowatt pro Hektar Fläche berücksichtigt – da kommt unsere Stadt nur auf den 65. von 71 Plätzen.
Grund zum Aufatmen gibt es lediglich im Bereich Digitales: Durch seine gute Versorgung mit Glasfaser-Anschlüssen und 5G-Handynetz erreicht Hamburg hier Platz acht im Städte-Ranking (der Spitzenplatz geht an Ingolstadt).
Top 3 und Flop 3 im Städte-Ranking
Die bestplatzierte Stadt im Niveau-Ranking ist München, gefolgt von Stuttgart (2) und Ingolstadt (3). Die drei Schlusslichter sind Duisburg (Platz 69), Bremerhaven (70) und Gelsenkirchen (71).

Bei der Infrastruktur schnitt Potsdam im Städte-Ranking am besten ab. Dahinter liegen Regensburg (Platz 2) und wieder Ingolstadt (3). Die letzten Plätze gehen an Duisburg (Rang 69), Salzgitter (70) Hamm (71). „Während die Top-3 Potsdam, Regensburg und Ingolstadt über eine überdurchschnittlich leistungsstarke Infrastruktur verfügen, müssen in den Low-3 Duisburg, Salzgitter und Hamm hohe Investitionen getätigt werden“, sagt IW-Consult-Chef Hanno Kempermann.
Das könnte Sie auch interessieren: Glücksforscher erklärt: Darum sind die Hamburger so zufrieden
„Gute Kommunalpolitik ist für die Bürger unmittelbar spürbar – und somit auch ein Rezept gegen Politikverdrossenheit“, mahnt „Wirtschaftswoche“-Chefredakteur Horst von Buttlar angesichts der großen Unterschiede zwischen den Städten im Ranking. (tst)
Anmerkungen oder Fehler gefunden? Schreiben Sie uns gern.