Der Hamburger Unternehmer Frank Procopius ist 2024 ums Leben gekommen – aber wie?

Der Hamburger Unternehmer Frank Procopius ist 2024 ums Leben gekommen – aber wie? Foto: Martin Brinkmann

Hamburger Unternehmer starb auf Nordsee: „Aktenzeichen XY” sorgt für neue Hinweise

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Noch während die Sendung „Aktenzeichen XY“ lief, hat sich am Mittwochabend ein Zeuge mit neuen Hinweisen zum Tod des Hamburger Speedboot-Unternehmers Frank Procopius gemeldet. Seine Leiche war vor knapp zwei Jahren aus der Nordsee gezogen worden – im Neoprenanzug und mit Kabelbinder um den Hals. Bis heute steht die Todesursache nicht fest. Der Zeuge machte jetzt so konkrete Angaben, dass die Polizei sofort handelte.

Florian Puchelt vom LKA Bayern berichtete Moderator Rudi Cerne am Ende der Sendung von dem Hinweis. Noch während der Ausstrahlung habe man Kontakt mit dem Zeugen aufgenommen und einen Vernehmungstermin vereinbart. Der Zeuge soll aus dem direkten Umfeld des Opfers stammen und „sehr konkrete Angaben“ gemacht haben. Zuerst berichtete „T-Online“ über die Sendung.

Zudem gab es einen weiteren neuen Hinweis für die Ermittler. Ein Zeuge aus dem Steinkohlebergbau bestätigte, dass solche sogenannten Schäkel-Verbindungshaken, wie sie an der Leiche gefunden wurden, in seiner Branche für die Befestigung von Gewichten genutzt werden. „Bis gestern Abend sind etwa 50 Hinweise eingegangen“, sagte eine Sprecherin der Polizei in Flensburg am Donnerstagmorgen der Deutschen Presse-Agentur. Etwa 40 Medien wie Fotos und Videos würden gesichtet.

„Aktenzeichen XY“: Hinweise zum Fall Procopius

Frank Procopius, Leiter von „RIB-Piraten“, schickte beruflich Touristen mit seinen bis zu 90 km/h schnellen Speedbooten über die Elbe, in seiner Freizeit fuhr er auch gern mal selbst. Auch am 29. April 2024: Schon morgens brach er von dem Fluss aus zu einer Tour auf die Nordsee auf.

Doch er kehrte nie zurück: Am frühen Abend meldete seine Lebensgefährtin den Mann als vermisst. Bei einer Suchaktion fanden Ermittler sein verlassenes Boot 46 Kilometer von Cuxhaven entfernt. Procopius selbst blieb vorerst verschollen, bis Vogelschützer auf der Nordseeinsel Süderoogsand am 9. Juli seine Leiche aus der Nordsee zogen.

Der Tote hatte den Angaben in der Sendung zufolge um den Hals einen eng festgezurrten Kabelbinder und trug einen Neoprenanzug und eine Rettungsweste. Die Rettungsweste sei ausgelöst worden, allerdings war die Luftkammer wohl mit einem Messer mutwillig zerstört worden. 

Geschäftsmann Procopius soll Kiez-Vergangenheit gehabt haben

Der Geschäftsmann soll eine Kiez-Vergangenheit gehabt haben. Ein Suizid wird als sehr unwahrscheinlich eingestuft, wie der ermittelnde Flensburger Staatsanwalt Roman Mulke in der Sendung sagte.

Wahrscheinlicher und plausibler sei, dass der Mann in Drogengeschäfte verwickelt war und Drogen in der Nordsee eingesammelt habe. Es könne aber sein, dass der Geschäftsmann zufällig in eine solche Drogenabholung geraten und die Situation dann eskaliert sei und er getötet wurde, sagte der Staatsanwalt weiter.

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Weitere Hinweise zu dem Fall nimmt die Polizei unter Tel. 0160-2068666 sowie über das Hinweisportal entgegen. Für Angaben, die zum Auffinden der Täter führen, ist eine Belohnung von 7000 Euro ausgesetzt. (mp)

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