ADAC warnt: Sternbrücke wird jetzt zur „Staufalle“
Weniger Platz für Autos – mehr Freiraum für Busse, Radfahrer und Fußgänger: Die neue Aufteilung des Straßenraums unter der Sternbrücke in Altona gefällt nicht jedem. Der ADAC kritisiert das Konzept der Verkehrsbehörde jetzt scharf und warnt vor einer neuen „Staufalle“.
Ab dem Spätsommer will die Verkehrsbehörde den Straßenraum unter der Sternbrücke neu aufteilen: Für Autofahrer gibt es zwischen Oelkersallee und Mistralstraße künftig jeweils einen Fahrstreifen stadtauswärts und einen stadteinwärts. Das Rechtsabbiegen aus der Stresemannstraße in die Max-Brauer-Allee wird nicht mehr möglich sein (stadtauswärts und stadteinwärts). So erhofft sich die Behörde einen besseren Verkehrsfluss.
Busse sollen eine separate Busspur jeweils bis zum Kreuzungsbereich mit einer Länge von 800 Metern erhalten. An den Ampeln haben sie Vorfahrt. Zwischen Radfahrern und Fußgängern war es im Bereich der Sternbrücke häufiger zu Konflikten gekommen, weil sie sich die Wege bislang teilen müssen. Jetzt sollen eigene Radspuren eingerichtet werden.
Sternbrücke in Hamburg: ADAC warnt vor „Staufalle”
„Als Ergebnis werden wir hier gerade zu den Stoßzeiten ellenlange Staus erleben!“, sagt Christof Tietgen, Sprecher des ADAC Hansa e.V. Außerdem bestehe die Gefahr, dass viele Autofahrer in die Seitenstraßen ausweichen und dort die Lärmbelästigung ansteige.
„Besonders ärgerlich ist aber: Obwohl nach dem Bau mehr Platz wäre, wird der Raum für den Autoverkehr kleiner und somit ein großes Potenzial für Probleme geschaffen“, sagt Tietgen. Der ADAC fordert, auf eine alternative Variante der Planungen zurückzugreifen – darin hatte der Autoverkehr statt einer noch jeweils zwei Spuren pro Fahrtrichtung.
Das könnte Sie auch interessieren: Tote Radfahrer, Parkplatz-Moratorium: Ist Hamburg als Fahrradstadt gescheitert?
Final ist das Konzept allerdings bisher nicht: Die neue Aufteilung ist nur ein Provisorium für die Zeit während der Bauarbeiten an der Sternbrücke. Bis Ende 2027 soll der Endzustand der Kreuzung geplant werden – auch unter Beteiligung der Öffentlichkeit. Ab Frühjahr 2028 wird die Kreuzung dann endgültig umgebaut.