Cannabis-Plantage (Symbolbild).

Cannabis-Plantage (Symbolbild). Foto: picture alliance/newscom/Bill Greenblatt

Absurde Behördenposse: Hamburger Cannabis-Club „zu sauber”

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Keine Belästigung von Nachbarn, keine Emissionen, maximal sicher – der Cannabis-Anbauverein „Cannahaus Hamburg e.V.“ wollte seine Anbaucontainer bewusst im Wilhelmsburger Industriegebiet platzieren. Doch statt grünem Licht gab es einen Behördenstopp. Für „Cannahaus“ steht fest: Die Anlage ist der Behörde schlicht zu „sauber“.

Zwei Lagerräume einer Containeranlage wollte der Verein offiziell in Flächen für den nichtgewerblichen Cannabis-Anbau umwandeln. Der Standort: Ein Gelände am Pollhorner Hauptdeich im Industriegebiet Wilhelmsburg. Doch das zuständige Fachamt Bauprüfung im Bezirk Hamburg-Mitte lehnte den Nutzungsänderungsantrag ab – eine Genehmigung wurde nicht erteilt.

Cannabis-Verein: Bezirk lehnt den Antrag ab

Auf MOPO-Anfrage sagt eine Sprecherin des Bezirksamts Mitte: „Das Grundstück liegt in einem ausgewiesenen Industriegebiet. Der Antrag ist daher nicht genehmigungsfähig.“ Hintergrund: In Industriegebieten dürfen laut Baunutzungsverordnung nur Betriebe angesiedelt werden, die wegen ihres Störpotenzials nicht in andere Gebiete passen. Zudem gilt vor Ort der „Bebauungsplan Wilhelmsburg 1“, der die Fläche hauptsächlich Firmen vorbehält, die auf Hafennähe angewiesen sind. „Spielraum gibt es hier keinen“, so die Sprecherin.

„Jetzt sollen wir dafür bestraft werden, dass wir keine stinkende Anlage betreiben“, sagt Sören Moje von „Cannahaus Hamburg e.V.“. Ohne Genehmigung sei das Projekt „tot“ – trotz hoher Investitionen. „Während andere Clubs in Wohngebieten Beschwerden wegen Cannabis-Geruchs bekommen, wird uns vorgeworfen, dass wir keinen Geruch verursachen“, kritisiert der Verein.

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Der Verein wollte einen vollständig geschlossenen, geruchsfreien und technisch geprüften Cannabis-Anbaucontainer betreiben. „Wir haben alles getan, um genau die Probleme zu vermeiden, über die andere Clubs Ärger bekommen.“ Für „Cannahaus“ ist die Ablehnung ein Beispiel dafür, wie widersprüchlich die Umsetzung der Cannabis-Legalisierung in Hamburg aus ihrer Sicht läuft. (mp)

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