Hamburg
„Absolute Katastrophe“: Schranken-Regelung in Eimsbüttel sorgt für Verkehrschaos
Eine Schranke auf der Eimsbütteler Chaussee soll den Verkehr während des Aufbaus der neuen Sternbrücke regulieren. Vor Ort herrscht allerdings Chaos.
„Einzigartig“ sei sie, die neue Schranken-Regelung auf der Eimsbütteler Chaussee, so die Sprecherin der Verkehrsbehörde. Die Sperre soll ab sofort bis 2. September verhindern, dass wegen der Sperrung der Max-Brauer-Allee im Rahmen des Aufbaus der neuen Sternbrücke zu viel Ausweichverkehr in umliegende Wohnstraßen abfließt. Die MOPO war vor Ort – und die Reporter fragen sich nun, ob die Lösung einzigartig klug oder einzigartig beknackt ist. Vor Ort herrschte auf alle Fälle ein kleines Chaos.
Dienstagmittag an besagter Kreuzung: Die Schranke ist unten, drei Autos stehen davor. Die Fahrer wollen Richtung Schulterblatt, sind offenbar ratlos.
Bauarbeiten für die Sternbrücke sorgen für Verkehrschaos
Hinter ihnen steht ein Gelenkbus. Er dürfte eigentlich passieren. Die Kennzeichen von Bussen, Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten sind in einer Datenbank hinterlegt und die Schranke öffnet sich bei einer Annäherung. Doch nun stehen ja drei Pkw vor dem Bus und kommen aus dieser „Sackgasse“ nicht mehr heraus.
Die Schranke befindet sich nämlich nicht vor der einzigen Abbiegemöglichkeit nach rechts in die Waterloostraße, sondern gut 20 Meter dahinter. Umständlich müssen die Autofahrer rangieren, wenden und abbiegen. Schließlich kann der Bus passieren. Doch schon erreichen weitere Autos die „Falle“ und stecken auch fest.
Schranken-Regelung: Überforderung durch verwirrende Schilder
Ein Mitarbeiter der Firma, welche die Schranken installiert hat, sagte der MOPO, ähnliche Systeme hätten sie schon auf dem Ohlsdorfer Friedhof und am Rödingsmarkt installiert und da hätte es kaum Probleme gegeben. Bevor die Autofahrer jetzt zur Schranke auf der Eimsbütteler Chaussee gelangten, hätten sie ja diverse Hinweisschilder passiert, die auf die Sperrung hinweisen würden.
Das stimmt wohl. Aber wer aktuell durch Sternschanze, Eimsbüttel oder Altona fährt, der ist durch die Vielzahl der oft verwirrenden Schilder schnell überfordert.
Anwohnerin: „Das ist eine absolute Katastrophe“
Das Abbiegen vor der Schranke aus der Gegenrichtung, also vom Schulterblatt aus, funktionierte übrigens am Dienstag gut. Hier befindet sich die Schranke aber auch direkt am Abbieger. Das Problem: An dieser Stelle wird der Verkehr in die Bellealliancestraße geleitet – eine extrem schmale Wohnstraße. Prompt fuhr sich ein Laster fest.
Anwohnerin Sabine S.: „Das ist eine absolute Katastrophe und kann doch keine Lösung sein.“ Katharina Blume von der FDP pflichtet der Eimsbüttelerin bei und kritisiert Verkehrssenator Anjes Tjarks. Der Grüne spiele „Baustellen-Bingo“ und seine Verkehrspolitik laufe nach dem Prinzip: „Sperren, umleiten und auf das Beste hoffen.“
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