Abschied von einer Kiez-Legende: Der letzte Weg des Hot Dog-Manns Mirek
So laut, voller Menschen und Trubel sein Leben war, so leise und klein war sein Abschied. Engste Freunde, Weggefährten und seine Familie waren Freitagmittag gekommen. Auf dem Friedhof Ohlsdorf nahmen sie Abschied von Miroslaw Grudzinski, dem Hot Dog-Mann vom Kiez, den alle nur Mirek nannten. Nach der Beisetzung berichtete seine Familie, wie es nun um den beliebten Imbiss an der Reeperbahn steht.
Nachdem bereits einen Abend zuvor in der katholischen Kirche St. Antonius (Winterhude) eine Messe zu seinen Ehren gehalten wurde, fand am Freitag die Beerdigung statt. Still gingen die Trauernden den kurzen Weg von Kapelle 12 bis zur Grabstätte. Vorneweg die Bestatterin mit der roten Urne, geschmückt mit weißen Orchideen und Efeu. Dahinter die erwachsene Tochter von Mirek aus erster Ehe und seine langjährige Lebensgefährtin Ewa mit der gemeinsamen Tochter.
„Lieber Papa, lieber Freund, du wirst immer in unseren Herzen bleiben“
Eine Geigerin begrüßte die Trauergemeinde am Grab mit „My Way“. Der Priester hielt eine Ansprache und gemeinsam wurde das Vaterunser gebeten, bevor die ältere Tochter des Verstorbenen ans Grab trat. „Lieber Papa, lieber Freund, du wirst immer in unseren Herzen bleiben. Wir werden dich in guter Erinnerung behalten. Mögest du in Frieden ruhen“, sagte sie unter Tränen. Während die Urne in die Erde herabgelassen wurde, spielte die Geigerin „Hallelujah“.
Es war ein stiller, ein sehr persönlicher Abschied. Viele der Trauernden hielten am Grab inne und berührten das Holzkreuz mit dem Namen des Verstorbenen. Lange standen sie neben dem Grab. Erst still, dann leise sprechend. „Als er starb, war es kalt und regnete. Heute ist es heiß und die Sonne scheint. Mirek liebte die Sonne“, sagte seine Lebensgefährtin mit einem leichten Lächeln und Tränen in den Augen.
Auch als das Bestattungsunternehmen das Grab bereits zuschaufelte, blieben die Trauergäste stehen, als könnten sie sich noch nicht lösen. Darunter Lars Schütze, Vorsitzender der IG St. Pauli. „Mirek hat sich immer eingebracht. Sein Tod ist ein großer Verlust für den Kiez“, sagte er. Auch Kult-Koberer Fabian Zahrt nahm Abschied. „Sein Verlust schmerzt. Wir kannten uns seit 39 Jahren. Er war immer da.“ Noch einen Abend vor seinem Tod hatte Fabian Zahrt ihn in seinem Imbiss besucht, bevor Mirek Ende Mai im Alter von 68 Jahrenüberraschend verstarb.
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Mehr als 39 Jahre lang stand Mirek hinter dem Tresen des „Danmark-Snack“ an der Reeperbahn.Er liebte seinen gerade mal 20 Quadratmeter großen Laden, war leidenschaftlicher Gastgeber und immer für einen kleinen Schnack zu haben. Und er brachte sich als Mitglied der IG St. Pauli ein für den Kiez.
Sein größter Wunsch war es, dass der „Danmark-Snack“ erhalten bleibt, wenn er mal nicht mehr kann. „Ja, das war sein größter Wunsch. Aber noch wissen wir nicht, wie es weitergeht“ sagte seine Lebensgefährtin Ewa, die er vor 16 Jahren im Imbiss kennenlernte und mit der er den Laden betrieb.
Mirek hat ein Testament hinterlassen. Was darin steht, wissen die Hinterbliebenen bisher nicht. Erst wenn klar ist, wem er seinen Laden vermacht hat, darf er wieder öffnen. Bis dahin muss der „Danmark-Snack“ geschlossen bleiben.