Abriss offiziell: Jetzt muss auch das Hochhaus weg – „Katastrophe für die Mieter!“

Das achtstöckige Hochhaus am Hofweg ist jetzt ebenfalls von den Abriss-Plänen betroffen.
Das achtstöckige Hochhaus am Hofweg ist jetzt ebenfalls von den Abriss-Plänen betroffen.

Jetzt ist es offiziell: Beide Gelbklinker-Gebäude am Hofweg auf der Uhlenhorst werden abgerissen – und das schon in den nächsten Monaten. War zunächst „nur“ der vierstöckige Flachbau von den Plänen des Vermieters betroffen, muss jetzt auch das achtstöckige Hochhaus weichen. Die Linke kritisiert teure Luxuswohnungen und eine Vertreibung der Mieter:innen, die jetzt eine Kündigung erhalten. Der Vermieter verteidigt wiederum sein Vorhaben – und bietet den Betroffenen Hilfe an. Wie geht es dort weiter?

Die beiden in die Jahre gekommenen Gebäude prägen seit der Nachkriegszeit das Bild des Hofwegs auf der Uhlenhorst. Die Mieten sind dort im Vergleich zum Rest der Stadt noch günstig, liegen teilweise bei um die 10 Euro pro Quadratmeter.

Uhlenhorst: Abriss geplant – Mieter müssen aus ihrer Wohnung

Doch die Häuser seien eben in die Jahre gekommen, argumentiert der Vermieter, die PEG Projektentwicklungsgesellschaft. „Bei der Übernahme des Grundstücks 2023 hatten wir nur vor, das vordere kleine Gebäude abzubrechen und dort zwei neue Wohnhäuser zu errichten“, sagt ein Sprecher. „Während der Untersuchungen des Zustands des Hochhauses aus den frühen 60er Jahren haben wir aber einen erheblichen Reparatur- und Sanierungsstau festgestellt.“

Das vordere, vierstöckige Gebäude sowie das hintere Hochhaus sollen im Herbst abgerissen werden.
Das vordere, vierstöckige Gebäude sowie das hintere Hochhaus sollen im Herbst abgerissen werden.

Mehrere leerstehende Wohnungen seien bereits bei der Übernahme entkernt und nicht vermietet gewesen. „So waren Fußböden ausgebaut, es lagen Wasserschäden vor, Wände waren feucht, Elektro- und Wasserleitungen völlig veraltet und – sofern überhaupt noch verhanden – stammten die Bäder und Küchen noch aus der Bauzeit.“

Daraufhin sei ein Gutachten zur Bausubstanz beauftragt worden. „Die Ergebnisse liegen seit Ende 2024 vor und machten deutlich, dass die Kosten einer Sanierung der Gebäude erheblich höher liegen als anfänglich angenommen und diese wegen ihres Aufwands auch nur im Leerzustand möglich wäre“, argumentiert der Sprecher. „Ausziehen müssten die Mieter temporär also in jedem Fall.“

Uhlenhorst: Vermieter will 75 neue Wohnungen bauen

Deshalb habe man sich bei dem Hochhaus ebenfalls für einen Abriss und Neubau entschieden. Die finale Baugenehmigung hat das Bezirksamt Hamburg-Nord dafür jetzt erteilt, wie aus einer Anfrage der Linkspartei hervorgeht. Statt wie vorher zwei neue Gebäude mit 29 Wohnungen, will die PEG jetzt drei neue Gebäude mit insgesamt 75 Wohnungen bauen. Elf davon sind öffentlich gefördert, der Rest könnte laut dem Sprecher „als kleine und mittlere Eigentumswohnungen genutzt werden, für die es eine sehr große Nachfrage am Wohnungsmarkt gibt“.

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Empörung darüber bei Marco Hosemann von den Linken. „Die Abriss- und Neubaupläne am Hofweg sind eine Katastrophe für die Mieter:innen“, sagt er. „Dass elf Sozialwohnungen gebaut werden sollen, ist kein Trost. Die 64 anderen Wohnungen werden sich die meisten Hamburger:innen nicht leisten können. Dieses Bauvorhaben leistet keinen Beitrag zur Lösung der Wohnungsnot, sondern verschärft sie.“ Der Politiker fordert den Vermieter und das Bezirksamt-Nord auf, den Leerstand in den aktuellen Wohnungen zu beenden, zu sanieren und wie geplant die 29 neuen Wohnungen zu bauen. „Aber auch die bitte nicht nur mit teuren Luxuswohnungen!“

Marco Hosemann sitzt als Abgeordneter der Linken in der Hamburger Bürgerschaft und ist zugewählter Bürger in der Bezirksversammlung Hamburg-Nord.
Marco Hosemann sitzt als Abgeordneter der Linken in der Hamburger Bürgerschaft und ist zugewählter Bürger in der Bezirksversammlung Hamburg-Nord.

Der Vermieter hält an seinem Plan allerdings fest: In den kommenden Tagen erhalten die Mieter:innen der insgesamt rund 40 Wohneinheiten einen Brief, in dem sie über den Abriss und die bevorstehende Kündigung informiert werden. Man biete „umfangreiche Unterstützung bei der Suche nach einer Ersatzwohnung sowie bei ihren Umzügen an“, betont der Sprecher. Zum Beispiel würden die rund 1,5 Kilometer entfernten Wohnhäuser der PEG im Heidberg 1-5 gerade saniert und bald fertig gestellt. „Unser Ziel ist es, im Herbst mit dem Abbruch zu beginnen.“