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85 Prozent leiden unter Straßenlärm: Ist Hamburg viel zu laut?

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Lärmschutz hin oder her: Selbst wenn es zu bestimmten Zeiten eine Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit gibt, hält sich kaum einer daran.

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dpa

Lärm gehört zum Leben in einer Großstadt unweigerlich dazu, doch welcher Lärm stört die Hamburger ganz besonders? Die Umweltbehörde hat dazu eine Online-Umfrage gestartet – mit eindeutigem Ergebnis.

Vom 22. Mai bis zum 19. Juni haben sich mehr als 4.300 Teilnehmer den 17 Fragen der Umfrage gestellt. Ganze 85 Prozent haben angegeben, dass die den Straßenlärm zu laut finden. Ein Großteil der Befragten fühlt sich sogar innerhalb der eigenen Wohnung von dem Lärm gestört.

Tagsüber seien Busse und Lastwagen die größten Störfaktoren, nachts gebe es zu viele Raser und laute Motorräder. Durch die Umfrage will die Behörde Informationen für ihrem Lärm-Aktionsplan bekommen, der noch in diesem Jahr aktualisiert werden muss.

„Die hohe Resonanz auf die Umfrage zeigt: Lärm ist ein Umweltproblem von starker Relevanz, das in der Politik bisher unterschätzt wurde“, sagte Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne). „Es treibt die Menschen in dieser Stadt um. Rücksichtnahme ist dabei ein wichtiger Aspekt.“ Um den Lärm zu reduzieren, könne jeder etwas an seinem Verhalten oder seiner Fahrweise verändern.

Neun von zehn Befragten wünschen sich ein ruhigeres Wohnumfeld. Zwei Drittel machen sich wegen des Lärms Sorgen um ihre Gesundheit. Ebenso viele Teilnehmer geben an, dass sie aufgrund des Lärms schlechter schlafen können.

Fast jeder vierte gab zudem an wegen zu starken Lärms in Hamburg umgezogen zu sein. Drei Viertel der Befragten wünschen sich eine konsequente Unterbindung des Flugverkehrs nach 23 Uhr.

Zur Verringerung der Lärmbelastung hat die Umweltbehörde ein neues Programm aufgelegt. Sechs Millionen Euro stehen bereit, um sogenannte passive Schallschutzmaßnahmen zu fördern.

Nach Angaben der Behörde sind in Hamburg tagsüber 120.000 Menschen gesundheitsgefährdendem Straßenlärm ausgesetzt, nachts sogar 133.000 Hamburger.