Preisverleihung: Bürgermeister Peter Tschentscher übergab ihn an Journalist Severin Pehlke. Rechts: Marina Friedt (DJV).

Preisverleihung: Bürgermeister Peter Tschentscher übergab ihn an Journalist Severin Pehlke. Rechts: Marina Friedt (DJV). Foto: Gregor Fischer/dpa 

Presseball: Politik, Glamour – und der Bürgermeister spricht über Zensur und Fußball

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Zum 75. Mal feierten am Samstagabend Gäste aus Politik, Journalismus, Wirtschaft und Kultur den Hamburger Presseball im Hotel Atlantic. Im Jubiläumsjahr kamen 500 Gäste an die Außenalster. Und der Bürgermeister plädierte für einen „ehrbaren Journalismus“.

Am Eingang: ein Mercedes-Oldtimer, Baujahr 1948 – dem Jahr des ersten Balls. Drinnen: Glanz und Gloria des „Atlantic“ und allerhand prominente Menschen in feiner Kleidung – so viel Glitter gibt es in der grundsätzlich meist krisengeschüttelten Medienbranche nicht mehr oft.

Die Gastgeber des Abends gaben dann auch den Auftakt für die Reden des Abends: Jan Frenzel, Vorstandsmitglied der Stiftung der Hamburger Presse, und Peter Ulrich Meyer, Vorsitzender der Landespressekonferenz, begrüßten die Gäste. Darunter: Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD), die Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne), Schulsenatorin Ksenija Bekeris (SPD), NDR-Intendant Hendrik Lünenborg, und Ron Prosor, Botschafter des Staates Israel, sowie Fernsehmoderator Ingo Zamperoni.

„Als wenn der Mittelstürmer Schiedsrichter wäre“

Thema: Natürlich auch die Irrungen und Wirrungen der Weltpolitik. Bürgermeister Tschentscher griff im Anschluss zudem die aufgeregte Debatte um Daniel Günthers Kritik an einzelnen Medien auf, deren teils radikal zugespitzte Berichterstattung der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein als demokratiegefährdend eingeschätzt hatte. Darin wollten manche ein Plädoyer für Zensur sehen. Tschentscher ordnete ein, dass der Staat „natürlich“ nicht zensieren dürfe, das wäre ja, „als wenn der Mittelstürmer gleichzeitig Schiedsrichter wäre“. Stattdessen brauche es einen „ehrbaren Journalismus“.

Durch den Abend führte Moderator Yared Dibaba. Auf der Bühne sorgte die Band „Max & Friends” für Tanzmusik. Und allerhand strahlende junge Künstler der „Stage School Hamburg” sangen Journeys Überhit „Don’t Stop Believin’“ fürs Publikum.

Höhepunkt des Abends: die Verleihung des Erich-Klabunde-Preises an Severin Pehlke für seinen NDR-Beitrag „Richter und Täter – Wiedersehen auf St. Pauli“. Porträtiert werden der ehemalige Jugendrichter Krieten und seine ehemaligen „Kunden“. Die Jury war sich einig, dass das Debüt des jungen Journalisten spektakulär gelungen sei.

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Preise im Wert von 33.000 Euro konnten die Gäste bei der traditionellen Tombola gewinnen. „Ein bisschen witzig, dass der Hauptgewinn, eine Luxusreise, direkt in das Herz der Pressefreiheit nach Dubai führt“, lästerte man im Raucherraum. Aber es war ja für den guten Zweck: Der Erlös geht an die Stiftung der Hamburger Presse. (mp)

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