700 Wohnungen geplant: Warum die Diekmoor-Pläne jetzt umgekrempelt werden
Neubauten mit grünen Innenhöfen, eine Ladenzeile und nebenan ein großer See – die Langenhorner konnten bei der Präsentation des Siegerentwurfs das neue Quartier im Diekmoor schon vor sich sehen. Rund 700 Wohnungen sollen dort auf der Fläche des Landschaftsschutzgebiets entstehen. Darum war das Projekt von Anfang an umstritten. Jetzt hat die neue Koalition aus SPD, CDU und FDP andere Pläne als der ehemalige Grünen-Bezirkschef – sie klingen nach einem Friedensangebot an die Kritiker.
Eigentlich schien bereits alles entschieden: Nach Abschluss der Rahmenplanungen suchte der Bezirk 2024 in einem internationalen Wettbewerb nach konkreten Entwürfen fürs Diekmoor. Gewonnen hatte der Entwurf von der „Winking Froh Architekten GmbH“ in Zusammenarbeit mit „WES LandschaftsArchitektur“.
Diekmoor: Mehr Grün, höhere Häuser
Im Herbst 2024 stellte der damalige Bezirkschef Michael Werner-Boelz (Grüne) die Pläne gemeinsam mit den Architekten und Hamburgs Oberbaudirektor Franz-Josef Höing vor.
Der Plan: Vier- bis achtgeschossige Wohngebäude mit einer grünen Fläche im Inneren. Das derzeit vorhandene Rückhaltebecken wird zu einem größeren See erweitert. Zusätzlich soll ein Quartiersplatz nahe des U-Bahnhofs Langenhorn Nord entstehen, mit Läden, Cafés und Arztpraxen. Auch zwei Kitas und Spielplätze sind geplant. Ein Teil heutigen Kleingärten müsste dafür weichen.
Die Gegner des Bauvorhabens, die sich in der Initiative „Rettet das Diekmoor”engagieren, halten nach wie vor nichts von dem Projekt. Sie kritisieren die Bebauung der Kleingärten und heben die Artenvielfalt hervor, die es dort gibt. Nach der Bezirkswahl im vergangenen Jahr dreht sich nun der Wind: Die neue Koalition aus SPD, CDU und FDP will die Pläne ändern.
Die Flächen entlang des Bahndamms sind aus ihrer Sicht in der bisherigen Planung „wenig effizient” genutzt worden. Hier sehen sie die Chance, höher zu bauen und dafür insgesamt weniger Fläche versiegeln zu müssen. Heißt: Die Kleingärtner müssten weniger Fläche abtreten.
„Keine reine Hochhaussiedlung”
„Es geht nicht um eine reine Hochhaussiedlung”, sagt Martin Albers von der SPD-Bezirksfraktion. Es gehe mehr um eine sinnvolle Nutzung der Fläche, wobei man sich in Bezug auf die Höhe am Bestand orientiere. „So schaffen wir bezahlbaren Wohnraum in direkter U-Bahn-Nähe, ohne die Natur unnötig zu opfern”, ergänzt Martin Fischer (CDU).
Am kommenden Donnerstag wollen die drei Fraktionen einen entsprechenden Antrag in der Bezirksversammlung beschließen. Bis Mitte Juli soll das Bezirksamt dann die Politik über den Fortschritt der Planungen informieren.
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Ob das nicht teuer wird, wenn die Architekten jetzt ihren Entwurf ändern müssen? „Mit Blick auf die Bedeutung des Gesamtprojekts halten wir Aufwand und Kosten einer Anpassung der Pläne für vertretbar”, sagt Albers.