In der Julius-Vosseler-Straße entstehen 109 öffentlich geförderte Wohnungen.
  • In der Julius-Vosseler-Straße entstehen 109 öffentlich geförderte Wohnungen.
  • Foto: Patrick Sun

6,60 Euro pro Quadratmeter!: Hier entsteht in Hamburg noch günstiger Wohnraum

Lokstedt –

Der Stadtteil bekommt ordentlich Zuwachs! In Lokstedt entsteht derzeit die neue „Julius-Vosseler-Siedlung“ mit 238 Wohnungen. Mit von der Partie ist die Baugenossenschaft dhu, die dort Mieten von nur 6,60 Euro pro Quadratmeter anbieten will. 

Das gilt aber nicht für den gesamten Komplex, denn an der Siedlung an der Julius-Vosseler-Straße sind mehrere Bauträger beteiligt. So werden teilweise schon fertig gestellte Reihenhäuser zu horrenden Preisen von bis zu 4190 Euro Kaltmiete auf dem Online-Immobilienportal „Immobilienscout 24“ angeboten. Umgerechnet entspricht das 22,65 Euro pro Quadratmeter.

Wohnen in Hamburg: Hier entsteht günstiger Wohnraum

Dazu zählen die 109 geplanten Wohnungen der Baugenossenschaft aber nicht, denn diese entstehen im Gegensatz dazu öffentlich-gefördert. „Mithilfe zinsgünstiger Darlehen der Hamburger Investitions- und Förderbank, aufgrund mäßiger Renditeerwartung und unserer langfristigen Planung können wir diesen Wohnraum für 6,60 Euro pro Quadratmeter vermieten“, sagt Vorstandsvorsitzender Frank Seeger im Gespräch mit der MOPO.

Die Größe der Ein- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen variiere dabei zwischen 40 und 105 Quadratmetern. „Voraussichtlich ab Spätherbst dieses Jahres können sich Interessenten dafür bewerben“, sagt Frank Seeger.

Hamburg: So kommt man an die günstigen Wohnungen

Allerdings gibt es für die Bewerbung eine Bedingung: So darf das Jahreseinkommen die gesetzlich vorgeschriebene Einkommensgrenze nicht überschreiten und die Anzahl der Bewohner muss stimmen. Diese Grenze ist laut der Stadt Hamburg bundesweit geregelt. Sie liegt für Alleinstehende bei 12.000 Euro im Jahr und für einen Zwei-Personen-Haushalt bei 18.000 Euro.

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Von den 109 Wohnungen sind laut Seeger bereits ein Fünftel für „vordringlich Wohnungssuchende“ vorgesehen. Das betrifft beispielsweise Menschen, die in öffentlichen Unterbringungen wie Frauenhäusern oder Geflüchtetenunterkünften leben.

Wohnen in Hamburg: dhu baut 109 geförderte Wohnungen

Dabei wollte die Baugenossenschaft ursprünglich gar nicht an dieser Stelle, sondern an der Hagenbeckstraße gegenüber bauen. Auf dem Gelände gehörten der dhu 51 Wohnungen, die nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges instand gesetzt werden mussten. „Dabei konnte allerdings nicht das beste Material verwendet werden, deshalb haben wir uns entschieden, die maroden Gebäude abzureißen und neue Wohnungen zu bauen“, erzählt Seeger. Im Jahr 2005 stellte die Genossenschaft einen Bauantrag an den zuständigen Bezirk Eimsbüttel.

Julius-Vosseler-Siedlung in Lokstedt

Frank Seeger im Innenhof der „Julius-Vosseler-Siedlung“. Im Hintergrund im Gerüst: die Wohnungen der Genossenschaft.

Foto:

Patrick Sun

Der Bezirk suchte allerdings jemanden, der öffentlich geförderten Wohnraum baut und schlug der Genossenschaft ein Tauschgeschäft vor: Eimsbüttel kann über das Grundstück in der Hagenbeckstraße verfügen, während die dhu die geplanten Wohnungen an der Julius-Vosseler-Straße erbauen kann. „Dieser Tausch ist jetzt weitestgehend abgeschlossen“, so Seeger.

Lokstedt: „Julius-Vosseler-Siedlung“ mit 109 geförderten Wohnungen

Sobald der Abriss beschlossen war, sei man an die 51 Haushalte herangetreten und habe das Gespräch gesucht. „Es war klar, dass wir erst mit dem Abriss beginnen, wenn alle Bewohner eine Wohnung gefunden haben“, sagt Seeger. „Wer die Förder-Bedingungen erfüllt, kann in die Julius-Vosseler-Straße zurückkehren.“ Im Jahr 2018 sei der Gebäudekomplex endgültig abgerissen worden, zwei Jahre später begann der Bau in der gegenüberliegenden Straße.

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„Innerstädtische Bauvorhaben in Hamburg erfordern in der heutigen Zeit immer Kompromisse“, sagt Frank Seeger. „Es gibt mehrere Interessen, die berücksichtigt werden müssen.“ So hatten sich die Bauträger mit dem bislang an der Julius-Vosseler-Straße beheimateten Kleingartenverein darauf geeinigt, dass die Parzellen in die Hagenbeckstraße verlegt werden.

Laut dem Bezirksamt Eimsbüttel mussten aufgrund des Projekts 36 Kleingartenparzellen an der Julius-Vosseler-Straße aufgegeben werden. „Dem stehen nun 55 neue Kleingartenparzellen in der Niendorfer Straße und in der Hagenbeckstraße gegenüber“, so Sprecher Kay Becker. Diese wurden alle bereits fertiggestellt.

Wohnen in Hamburg: dhu Genossenschaft besitzt 4350 Wohnungen

Die dhu Baugenossenschaft besitzt derzeit 4350 Wohnungen und hat in den vergangenen vier Jahren insgesamt 450 Wohnungen neu gebaut. Davon waren zwei nicht öffentlich gefördert. Die Wohnungen an der Julius-Vosseler-Straße sollen voraussichtlich im Frühjahr 2022 bezugsfertig sein.

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