Der Sozialindex in Hamburg wurde neu berechnet. Vor allem Grundschulen können davon profitieren. (Symbolbild)

Der Sozialindex in Hamburg wurde neu berechnet. Vor allem Grundschulen können davon profitieren. (Symbolbild) Foto: picture alliance / dpa | Maja Hitij

50 Prozent mehr Lehrkräfte an Hamburger Schulen – doch nicht alle profitieren

kommentar icon
arrow down

Die Hamburger Bildungsbehörde passt den Sozialindex für Schulen an. Damit sollen allen Schülerinnen und Schülern möglichst gute Entwicklungschancen ermöglicht werden – unabhängig von ihrem Umfeld. Für viele Schulen bedeutet dies mehr Lehrkräfte und kleinere Klassen. Allerdings profitieren nicht alle von der Anpassung.

Seit 2005 gibt es an Hamburger Schulen den sogenannten Sozialindex. Er beschreibt die sozialen Rahmenbedingungen, unter denen Bildung stattfindet. Ziel des Sozialindex ist es, diejenigen Schulen zu ermitteln, deren Schülerschaft besondere Unterstützung benötigt. Um soziale Ungleichheiten in der Bildung auszugleichen, erhalten Schulen mit einer sozial benachteiligten Schülerschaft beispielsweise mehr Lehrkräfte und kleinere Klassen.

DDer Sozialindex wurde zuletzt vor fünf Jahren angepasst. Das Institut für Bildungsmonitoring und Qualitätsentwicklung (IfBQ) hat ihn auf Basis aktueller amtlicher Daten neu berechnet.

Was beschreibt der Sozialindex

Der Index bewertet die sozialen Rahmenbedingungen der Schülerschaft auf einer Skala von 1 („sehr herausfordernd”) bis 6 („sehr günstig”). Je nach Stufe gibt es mehr oder weniger Personal: Grundschulen in schwieriger Lage können bis zu 50 Prozent mehr Stellen bekommen, bei weiterführenden Schulen sind die Unterschiede hingegen kleiner. Auch der Zugang zu Fördermöglichkeiten wird bei niedrigen Stufen erleichtert.

Wie verändert sich das Ranking

Für 54 der insgesamt 329 allgemeinen staatlichen Schulen ergibt sich eine Veränderung im Sozialindex (41 Grundschulen, sieben Stadtteilschulen und sechs Gymnasien).

Grundschulen: Bei 19 der 198 staatlichen Grundschulen steigt der Sozialindex. 22 Grundschulen erhalten einen niedrigeren Sozialindex. Stadtteilschulen: Bei vier der 65 Stadtteilschulen erhöht sich der Sozialindex um eine Stufe. Bei drei Stadtteilschulen sinkt er. Gymnasien: Bei zwei der 66 Gymnasien steigt der Sozialindex. Dagegen sinkt der Sozialindex an vier Gymnasien. Dabei wechselt keine Schule den Sozialindex um mehr als eine Stufe. Um welche Schulen es sich konkret handelt, wird in einer Pressemitteilung der Bildungsbehörde nicht spezifiziert.

Zeitliche Umsetzung der Maßnahmen

Die Veränderungen an den Schulen starten zum 1. August 2026, die zusätzlichen Stellen stehen den betroffenen Schulen jedoch bereits ab dem kommenden Schuljahr zur Verfügung, damit sie die Veränderungen gut organisieren können. Der Abbau von Stellen an anderen Schulen würde hingegen über einen langen Zeitraum gestaffelt erfolgen.

Auch der Personalbedarf für Sprach- und die sonderpädagogische Förderung wird ab August angepasst. Darauf folgt Anfang 2027 die Stellenzuweisung für die Schulbüros. Ab dem 1. August 2027 werden dann über einen Zeitraum von vier Jahren die Klassengrößen der neuen ersten Klassen sowie die Personalzuweisung für den Ganztag schrittweise angepasst. Bei Schulen mit erheblichen Veränderungen kann der gesamte Anpassungsprozess bis zum Schuljahr 2030/31 dauern.

Das könnte Sie auch interessieren: Anmeldefrist läuft! Welche Hamburger Grundschulen besonders beliebt sind

Die Bildungsbehörde betont in ihrer Pressemitteilung: „Der Sozialindex sagt nichts über die Qualität der pädagogischen Arbeit an einer Schule aus – er beschreibt die sozialen Rahmenbedingungen, unter denen Bildung stattfindet.“ (mp)

Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp
test