Die U-Bahnen bleiben im Depot: Der zweitägige Warnstreik bei der Hochbahn hat begonnen.

Die U-Bahnen bleiben im Depot: Der zweitägige Warnstreik bei der Hochbahn hat begonnen. Foto: Daniel Bockwoldt / dpa

Warnstreik: Busbetrieb „faktisch nicht möglich“ – mit diesen Ausnahmen

kommentar icon
arrow down

Der Warnstreik bei Hochbahn und VHH hat am Freitagmorgen begonnen. Wie erwartet fahren keine U-Bahnen in Hamburg. Auch der Busbetrieb sei „faktisch nicht möglich“. So ist die Lage am Freitag:

Nachdem Verdi die Beschäftigten der Hochbahn bereits am Mittwoch zu dem 48-stündigen Warnstreik aufgerufen hatte, forderte die Gewerkschaft am Donnerstag auch die VHH-Beschäftigten dazu auf, von Freitag, 3 Uhr, bis Sonntag, 3 Uhr, die Arbeit niederzulegen.

Nach Streikbeginn am Freitagmorgen teilte die Hochbahn mit, dass der U-Bahn-Betrieb wie erwartet nicht aufgenommen werden kann. Auch der Busbetrieb sei „faktisch nicht möglich“ – mit einigen Ausnahmen. Die Linien X22, 16, 43,114,155, 161,180 und 561 werden von nicht bestreikten Subunternehmen bedient und verkehren im „Teilbetrieb“. Darüber hinaus sollen folgende Linien im Notbetrieb mit einem Takt von etwa 20 Minuten bedient werden: 4, 5, 7, 13, 17, 23, 24, 150. Ganz aktuelle Infos darüber, welche Linien in welchem Takt fahren, gibt es auf der Webseite der Hochbahn.

Der Gewerkschaft Verdi zufolge sind außerdem alle VHH-Betriebshöfe von dem Warnstreik betroffen, die VHH informieren auf ihrer Webseite darüber, welche Linien trotzdem verkehren. Auch die HVV-App zeigt alle Verbindungen an, die trotz des Streiks bedient werden.

Fest steht: Die Schulbusse und Arenen-Shuttles am Freitag fahren. Was gibt es neben der S-Bahn und den Fähren der Hadag für Alternativen?

Das sind die Alternativen während des Warnstreiks

1. Taxis 

Eine beliebte Alternative bei Warnstreiks sind Taxen. „Wir werden versuchen, dass möglichst alle unserer 700 Hansa-Taxis auf Hamburgs Straßen unterwegs sind“, sagt Jan Weber, Vorstand von Hansa-Taxi, dem Marktführer in der Metropolregion. „Wir erwarten das mindestens vierfache Auftragsvolumen und bitten unsere Kunden um Verständnis, dass das Telefon auch einmal besetzt sein kann und mit Wartezeiten zu rechnen ist.“ Um telefonisch gut erreichbar zu bleiben, werden möglichst viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Call-Center eingesetzt. Eine alternative Bestellmöglichkeit gibt es über die App Hansa-Taxi. 

2. Fahrrad 

Wer es sportlich mag, sollte versuchen, aufs Fahrrad umzusteigen. Die Wetteraussichten dafür sind gut. Am Freitag soll es laut Wetterbericht in Hamburg frühlingshafte 16 Grad warm werden. Auch am Wochenende liegen die Temperaturen bei 11 bis 12 Grad. Außerdem soll es überwiegend trocken bleiben. Wer sich nicht so doll anstrengen möchte, kann sich auch einen der zahlreichen E-Scooter ausleihen. 

3. Mietwagen 

Auch mit einem Run auf Mietwagen ist zu rechnen. „Wir rechnen während des angekündigten Warnstreiks mit einer erhöhten Nutzung unseres Angebots, ähnlich wie bereits an vergangenen Streiktagen im öffentlichen Nahverkehr“, sagte eine Sprecherin von Miles Mobility.

Das könnte Sie auch interessieren: Happy End für den Jungen im Rollstuhl: Leano (13) trifft seine Lieblingsband

„Allen, die während des Streiks auf Carsharing umsteigen möchten, empfehlen wir, frühzeitig in der App nach verfügbaren Fahrzeugen zu schauen.“ Wer auf Nummer sicher gehen möchte, könne einen Tages- oder Mehrtagestarif buchen und das Fahrzeug für diesen Zeitraum exklusiv nutzen.

4. Moia

Die VW-Tochter Moia ist ebenfalls nicht vom Streik betroffen. Der „On Demand Service“ mit den goldenen Bussen ist über die App buchbar und bündelt die Fahrt mit anderen ähnlichen Routen automatisch zu einer Fahrgemeinschaft.

Beim vergangenen Streik „warnte“ Moia allerdings bereits beim Öffnen der App: „Weil die Hochbahn streikt, ist bei uns gerade viel los. Wir geben unser Bestes, jeden Fahrtwunsch zu erfüllen und die Wartezeiten so kurz wie möglich zu halten.“ Also auch hier gilt: Frühzeitig schauen und eventuell vorbestellen.

Warnstreik: Verdi beklagt „Verweigerungshaltung“

Hintergrund der Warnstreiks sind Tarifverhandlungen bei den VHH und bei der Hochbahn. Verdi verhandelt mit beiden Unternehmen getrennt über Haustarifverträge. Die Verhandlungen mit den VHH waren am Donnerstag in einer vierten Runde fortgesetzt worden. Eine Einigung blieb aus. 

„Die Kolleginnen und Kollegen halten täglich den Verkehr am Laufen und brauchen endlich spürbare Entlastung und gute Arbeitsbedingungen“, fordert Verdi-Gewerkschaftssekretär Domenico Perroni. Dass es nun zu erneuten Streiks kommt, sei eine direkte Folge einer „Verweigerungshaltung“ der Arbeitgeber. Perroni betont aber auch: „Wir sind weiterhin jederzeit zu Verhandlungen bereit.“ (mit Material von dpa)

Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp
test