Maryam Atamajori

Mehrere Verwandte von ihr wurden im Iran während der Proteste Anfang Januar erschossen: Maryam Atamajori (45) lebt seit ihrer Kindheit in Hamburg. Informationen aus der Heimat dringen nur spärlich durch, weil das Mullah-Regime Telefon und Internet gesperrt hat. Foto: Olaf Wunder

paid4500 Euro für eine Leiche: Hamburgerin schildert das Grauen von Teheran

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Immer wieder muss Maryam Atamajori im Gespräch mit der MOPO innehalten. Sie ringt um Fassung, ihre Stimme bricht, sie droht in Tränen auszubrechen. Seit den großen Demonstrationen im Iran am 8. und 9. Januar, bei denen Tausende Menschen getötet worden sein sollen, gibt es für sie keine ruhige Minute mehr. „Ich kenne keine iranische Familie, die nicht Todesopfer zu beklagen hat“, sagt sie. „Meine Familie ist da keine Ausnahme.“ Ali, ihr Cousin, wurde in Teheran von Sicherheitskräften erschossen, erzählt sie. „22 Jahre alt war er. Und zwei andere entfernte Verwandte – 19 und 21 Jahre alt – sind ebenfalls tot.“ Doch selbst aus den Leichen versucht das Regime noch, Kapital zu schlagen. Die Berichte, die aus dem Iran nach außen dringen, sind erschütternd.

Maryam Atamajori ist 45 Jahre alt, lebt, seit sie acht ist, in Hamburg. Damals flohen ihre Eltern aus dem Iran, weil sie politisch verfolgt wurden. Die Projektmanagerin wohnt in Winterhude, besuchte vor 14 Jahren zuletzt Teheran. Doch sie hat noch viel Verwandtschaft dort. Und von den meisten Onkeln und Tanten weiß sie nicht, wie es ihnen aktuell geht.

Aufstand im Iran: „Drei Verwandte von Sicherheitskräften erschossen“

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